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3.9.2010 von Julia.
München ist die Stadt der “Zug’roasten”. Hier treffen sich Menschen aus allen Himmelsrichtungen - sei es aus Liebe oder wegen des Jobs. Und manche Verbindungen, die man in den Jahren geknüpft hat, halten auch Job- oder Partnerwechsel aus. Manchmal sitzt man dann zusammen und erinnert sich, welche Begebenheiten dazu geführt haben, dass sich die Wege kreuzten… Keine Angst, ich werde nicht sentimental. Aber bei gutem Essen und einem schönen Glas Wein kann man schon mal zum Nachdenken kommen. Und Caro, unser gestriger Besuch ist eben - wie wir auch - zug’roast und hat durch viele schöne Zufälle unsere Wege gekreuzt.
Deshalb wurden die Spaghetti Carbonara auch zur Caro-nara. Denn Caro hatte viel und Spannendes zu erzählen. Deswegen musste sie diesmal auch nicht kochen (ihr unglaubliches Lasagne-Rezept wird trotzdem an dieser Stelle mal gepostet werden!). Stattdessen - und weil Pfifferling-Zeit ist - hat der bEdW gleich ein Pasta-Duo gezaubert. Was das alles mit Rainer und Danielle zu tun hat? Das sind zwei alte Freunde aus Italien, die dem bEdW Gott sei Dank dieses Rezept und eines für das weltbeste Bolognese-Ragout verraten haben. Und obwohl Rainer leider schon lange nicht mehr lebt und ich ihn nie kennenlernen durfte, denken und sprechen wir oft von ihm. Spätestens bei der nächsten Pasta-Session.
Zutaten für die Carbonara für 2 gute Esser (oder für 3, wenn es ein Pasta-Duo gibt):

2 Eier (komplett)
3 Eigelb
ca. 250 gr geräucherter Bauchspeck
geriebener Parmesan (eine Männerhand voll - tolle Mengenangabe, ich weiß. Aber der bEdW wiegt halt nie irgendwas und kocht frei Schnauze)
Muskatnuss, Salz, Pfeffer, Spritzer Olivenöl,
optional: 50 ml Sahne

So geht’s:
Schwarte vom Bauchspeck entfernen und in kleine Bröckchen würfeln. Eier verkleppern, mit Parmesan, Gewürzen und eventuell Sahne zu einer homogenen, nicht zu flüssigen Masse verrühren. Falls es sehr flüssig ist, noch etwas Parmesan zugeben. Ist sie eher breiig, kann man mit einem Schluck Sahne verdünnen.
Speckwürfel in einem Spritzer Olivenöl langsam aber kross ausbraten. Die Würfel sollen richtig knusprig aber nicht zu hart sein. Spaghetti in der Zwischenzeit al dente kochen und in eine vorgewärmte Schüssel geben. Jetzt die Ei-Käse-Masse drübergießen und sofort unterheben. Speckwürfel dazu und noch mal alles mischen. Sofort (!) servieren!
Hinweis vom bEdW: Alle Rezepte reden immer davon, dass die Carbonara nicht stocken und flockig werden soll. Allerdings ist es gerade besonders lecker und wir sind immer ganz heiß auf die zweite Portion, die meist schon nicht mehr ganz so “glitschig” ist. Aber das ist Geschmackssache und lässt sich kaum verhindern, wenn man nicht alles auf einmal serviert.
Zutaten für die Pfifferling-Pasta:
250 gr Pfifferlinge
1 Zwiebel
Petersilie
Weißwein
Ein Schluck Sahne oder Sahneersatz
Salz, Pfeffer
So geht’s:
Zwiebel schälen und hacken. Pfifferlinge in Mehlwasser kurz schwenken und schnell auf Küchenkrepp abtrocknen (wenn sie sauber sind, reicht es auch, sie mit einem feuchen Küchenkrepp abzuputzen - unsere waren aber extrem erdig). Zwiebel in etwas Öl anschwitzen. Pfifferlinge dazugeben und bei nicht zu geringer Temperatur 3-4 Minuten anschwitzen. Alles mit etwas Weißwein ablöschen, reduzieren lassen und mit einem Schluck Sahne geschmeidig machen. Gehackte Petersilie unterheben. Salzen, Pfeffern. Pasta in die Pfanne geben, alles miteinander vermischen - fertig.

Für etwas Frische hat ein ganz einfacher Tomatensalat gesorgt, weil es momentan einfach wunderbar aromatische Tomaten in allen Variationen gibt. Die kommen bei uns fast täglich auf den Tisch!
Zu den beiden Pasta-Variationen hatten wir einen Wein vom Weingut Wehrhof aus Worms-Pfeddersheim. ”Floreat” ist ein in Barrique gereifter Cuvee. Die schöne Granatrote Farbe, kräftige Holz- und Tabaknoten und die Aromen nach Cassis und Kirsche machen ihn zu einem richtig schönen Herbst-Wein. Die Familie Egelhof beschreibt auf all ihren Etiketten, wozu ihre Weine besonders gut passen. Der “Floreat” geht angeblich besonders mit Waldpilzen (!) mit frischer Petersilie (!!!). Aber auch zu geräuchterter Forelle (die wir jetzt gestern nicht hatten).
Ein netter Service, wie ich finde. Auch wenn man sich nicht sklavisch an die Empfehlung auf dem Etikett halten muss. Aber gestern hat es zufälligerweise hervorragend gepasst! Eine tolle Rotweinüberraschung aus Deutschland!
Kommt Ihr auch über’s Essen (und dem Glas Wein!) zum Philosophieren? Denkt Ihr da auch manchmal an die vielen Wege, die sich zufällig kreuzen und die Begegnungen, die wir aus unbekannten Gründen zu ganz bestimmten Zeitpunkten haben? Oder wird man im beginnenden Herbst einfach sentimental? Lasst doch mal hören…
Ohjeh, fast unterschlagen: Caro hatte uns wunderbare Bio-Himbeeren mitgebracht, die es zum Nachtisch mit etwas Vanillejoghurt und einem Schuss Amaretto fast ganz pur gab - und uns endgültig satt und glücklich gemacht haben!
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20.8.2010 von Julia.
Da kommt man abends nichtsahnend nach Hause, erschnuppert aber bereits im Treppenhaus, dass es irgendwo was ganz Feines gibt und nach dem Tritt durch die Tür sieht man: Der bEdW (=beste Ehemann der Welt) hat mal flugs einen Schweinsbraten in den Ofen geschoben. Einfach so. Ohne Ankündigung. Und weil er’s halt mal ausprobieren wollte. Und noch nie gemacht hat. Und der Schweinsbraten beim Fleischer so lecker aussah. Aha! Man lässt sich ja gerne überraschen.
Deshalb gibt’s unten den ersten Gastbeitrag vom Schweinsbraten-Flüsterer und bEdW.
Und weil ich heute eine ganz liebe Nachricht darüber erhalten habe, dass meine Ex-Kollegin und nach-UK-Auswanderin Madlen das German Abendbrot besonders gerne wegen der deutschen Rezepte und für’s Heimatgefühl liest, ist das folgende Rezept ihr und all den anderen in der Fremde gewidmet! Enjoy!
Beim Schweinebraten (als Rheinländer weigert sich der bEdW natürlich, Schweinsbraten zu sagen!) gibt es sicher hunderte Rezepte. Wammerl (Bauch) als Basis finde ich unnötig fett, Schulterbraten sollte reichen. Viele starten damit, das Fleisch auf der Krustenseite anzubraten, damit diese knusprig wird. Ich habe allerdings die Schuhbecksche Variante gewählt, denn damit wird die Kruste perfekt knusprig. Also: Zunächst den Braten salzen und pfeffern und in Öl anbraten, wobei man die Krustenseite auslassen kann. Dann etwas Gemüse- oder Hühnerbrühe aufgießen, den Braten mit der Fettseite nach unten in die Brühe setzen, sodass die Schwarte komplett bedeckt ist (hier gilt, so viel Brühe wie nötig, so wenig wie möglich, da wir den Bratensaft später möglichst konzentriert haben wollen) und etwa 45-60 Minuten (je nach Bratengröße) im Ofen bei 140 Grad garen. Das macht die Schwarte zunächst schön zart.
In der Zwischenzeit das Gemüse (etwa 2 Zwiebeln, 250gr Sellerie, 2-3 Möhren, 150gr Petersilienwurzel, hier kann man aber flexibel nehmen, was an Wurzelgemüse da ist) putzen und beliebig klein schneiden. Einen halben EL Puderzucker bei mittlerer Hitze karamellisieren lassen, 1 EL Tomatenmark und Gemüse dazu geben, kurz anrösten und mit 150 ml Bier aufgießen (eins für den Braten, eins für den Koch! :))und dieses dann stark reduzieren lassen. Derweil den Braten aus dem Ofen holen, Temperatur auf etwa 160 Grad hochdrehen. Die Fettseite des Bratens rautenförmig (oder je nach Belieben) einritzen und den Bratensaft mit etwa 200-300ml zusätzlicher Gemüse- oder Hühnerbrühe zu dem Gemüse geben (hier kommt es stark darauf an, wie viel Bratensaft vom ersten Schritt übrig geblieben ist – ggf. benötigt Ihr keine zusätzliche Brühe mehr zum Angießen) . Den Braten auf das Gemüse setzen und für etwa 60 Min. ab in den Ofen – mit der Fettseite nun nach oben!!!! Nach etwa 45 Min. weitere Aromaträger (Knoblauch, Lorbeerblätter, Kümmel, Majoran etc…) dazu geben. Sollte der Braten nicht die gewünschte knusprige Kruste bekommen, die letzten 10-15 Min. der Garzeit den Grill bzw. Oberhitze einschalten und ggf. eine Schiene weiter nach oben setzen.
Nach der Garzeit den Braten beiseite stellen. Nun kommt es darauf an, wie Ihr mit der Soße weiter verfahren wollt bzw. wie viel Ihr in den Schritten zuvor zugefügt habt. Man kann sie durch’s Sieb passieren oder lassen wie sie ist, weiter einkochen, oder eben nicht. Ich habe sie passiert und etwas einkochen lassen, weil ich etwas zu viel Brühe zuvor genommen hatte und den Geschmack etwas intensivieren wollte. Dabei mit Salz, Pfeffer, ggf. etwas Zitronenabrieb für die Frische abschmecken – und fertig.
Den Braten aufschneiden, Soße angießen (nicht über die Kruste J) und mit Kartoffeln oder einem Stück Brot genießen.
(Der beste Schweinsbraten der Welt! Was für ein Geruch! Und die Sauce war der Hammer! Nicht so fettig glasig oder gar Tütchen-artig wie sie einem in manchen Wirtshäusern vorgesetzt wird. Da braucht’s keine Klöße und kein Blaukraut dazu. Einfach Brot in die Sauce und so lange lieb schauen und loben, bis man noch ein Stück Kruste extra bekommt. Seuftz...)
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16.8.2010 von Julia.
Nach Tipps für Web 2.0-affine Weingüter, Online-Händler für griechischen Wein, das beste indische Restaurant in Frankfurt oder Riesling Chutney aus Rheinhessen, wird es Zeit, mal was zum Thema Laufen zu posten. Denn mich begeistert nichts mehr als freundliche und kompetente Verkäufer. Die sind in meinem Alltagsleben leider so selten, dass es mich fast zu Tränen rührt, wenn ich auf welche treffe.
Heute Abend gab’s wieder mal so eine Situation: Ich hatte mich ja schon wieder auf stundenlanges Anprobieren und 35 Paar Laufschuhe eingestellt. Die arme Verkäuferin, die sich im letzten Jahr zwei (!) Stunden lang mit mir rumgeschlagen hat, weil JEDES verdammte Paar Schuhe zu weit war, tut mir jetzt noch leid. Aber sie blieb trotzdem stets freundlich und hat mich kompetent und mit einer Engelsgeduld zu meinem besten Paar Laufschuhe beraten, das ich je hatte. (Und leider weiß ich ihren Namen nicht mehr, sonst gäb’s hier ein Denkmal für sie!). Das blieb sogar nach Ladenschluss so. O-Ton: “Ich lasse Sie hier erst raus, wenn Sie das absolut richtige Paar gefunden haben.” Ich LIEBE das!
Also bin ich heute wieder zu Runner’s Point am Münchner Marienplatz und hatte innerlich schon damit abgeschlossen, vor 21 Uhr nach Hause zu kommen. Und wieder: Obwohl viel los war, wurde in Ruhe eine Laufbandanalyse gemacht, beraten, viele Paare Schuhe angeschleppt, Tipps für den Halbmarathon mit dazu gegeben… Ich bin wiedermal als glücklicher, zufriedener Kunde dort rausgegangen. Und zwar nach 30 Minuten!! Das 2. Paar war perfekt, hat gepasst, leicht wie eine Feder und einfach suuuuper! Danke, Herr Leitl! (Diesmal habe ich mir den Namen gemerkt! Was vielleicht auch daran lag, dass er meinen Laufstil als absolut perfekt gelobt hat.
). Just for the records und für die Läufer unter Euch: Es wurden natürlich wieder Adidas-Schuhe, weil alle anderen Marken zu weit für meine Füße sind. Diesmal: Supernova Glide 2 W. Fühlt sich an wie auf Wolken…
So, das musste einfach mal gesagt werden! Und auf Twitter könnt Ihr immer mal wieder lesen, wenn mich jemand freundlich bedient hat. Ich werde nämlich nicht müde, die vielen Menschen zu loben, die ihren Job als Dienstleister ernst nehmen, höflich bleiben, wissen, wovon sie reden und den Eindruck vermitteln, gerne mit Kunden zu tun zu haben. Und deshalb sollte man ihnen das auch sagen oder gleich den Chef kommen lassen. Ich habe jedenfalls heute eine Lobes-Email bei www.runnerspoint.de abgeschickt. Ich freue mich schließlich auch über Lob - und ich sage übrigens auch, wenn mich jemand nicht nett bedient oder ich unzufrieden bin! Darauf reagiere ich nämlich mit allergischem Schock!
Wann seid Ihr das letzte Mal richtig nett bedient worden? Welchen Laden sucht Ihr immer wieder gerne auf, weil die Verkäufer/innen oder Kellner/innen freundlich und hilfsbereit sind? Und sagt Ihr den Leuten auch, wenn Ihr zufrieden seid? Oder fällt es Euch leichter, was zu sagen, wenn Ihr Euch ärgert?
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8.8.2010 von Julia.
Leider nur noch am Sonntag, 8.8., lädt das Pfälzer Weinfest in den Hof der Münchner Residenz zu Verkostung, Pfälzer Schmankerl und Live-Musik. Wer aber noch nichts vorhat, sollte unbedingt vorbeischauen.
Etwa 6 Winzer aus der Weinregion Pfalz schenken eine breite Auswahl ihrer Erzeugnisse aus und bieten Gelegenheit, die Weine zu Abholpreisen zu ordern. Dazu gibt es Flammkuchen (traditionell mit Zwiebel und Speck oder griechisch mit Feta und Peperoni - allerdings mit 7-8 Euro auch nicht geschenkt!), Winzersteak-Semmel (5€), Brezn (1€) sowie verschiedene Wurstspezialitäten und natürlich Pfälzer Saumagen. Die Weine, die ab 0,1 l ausgeschenkt werden, kosten ab 2€/Glas. Unaufdringliche Jazz- und Dixieland-Musik im Hintergrund sowie das heute glücklicherweise mal laue Sommerwetter haben unseren Ausflug in die Pfalz perfekt abgerundet!
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30.7.2010 von Julia.
Nach meinem allerersten Halbmarathon im Mai habe ich die Lauferei etwas schleifen lassen. Erstmal habe ich eine Woche lang die Füße hoch gelegt und GAR NICHTS gemacht. Seitdem laufe ich zwar wieder 3 x die Woche - aber doch deutlich unstrukturierter als vorher.
Mit Ziel läuft es sich einfach besser. Deshalb habe ich mich zu meinem zweiten Halbmarathon angemeldet: Am 10. Oktober findet in München im Rahmen des “normalen” Marathons erstmals auch ein Halbmarathon statt - zum 25. Jubiläum quasi.
Also werde ich in den nächsten Woche wieder lange Läufe (meine liebsten!), Intervallläufe (naja) und kurze Tempoläufe (ich kotze) kombinieren und Kilometer schrubben.
Ich freue mich jedenfalls auf einen schönen Parcours an all den Münchner Sehenswürdigkeiten vorbei. Und - most of all - auf den Zieleinlauf in das Münchner Olympiastadion. Das verleiht echt noch mal Flügel an den Füßen. Da freut man sich einfach, wenn man von der Marathon-Atmosphäre ein bisschen Gänsehautfeeling schnorren darf, obwohl man nur die Hälfte gelaufen ist
Wer lesen will, wie sich eine Läuferin auf den vollen Marathon vorbereitet, sollte Sarah Emilys Blog lesen: Sarah Emily läuft Marathon.
Wenn ich nach 21 Kilometern noch japsen kann, wird sie auf jeden Fall angefeuert! Und nächstes Jahr nehme ich dann die 42 Kilometer in Angriff - in Frankfurt. Wo sonst? ![]()
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28.7.2010 von Julia.
Es gibt so Tage: Keine Zeit einzukaufen, keine Lust zu kochen, wenig im Kühlschrank und trotzdem HUNGER! Da ist es die Rettung, wenn wenigstens Brot im Haus ist. Die Münchner Ökobäcker der Hofpfisterei verschicken ihr Brot mittlerweile sogar deutschlandweit. Und wer ein Manufactum in der Stadt hat, kann das herrlich knusprige Sauerteigbrot von Brot & Butter kaufen. Hmmm… Aber wenn es frisch nicht geht, ist Vollkorn-Toastbrot eine Alternative, die sich einige Tage hält, Knäckebrot hält sowie ewig. Aber auch Piadina, die superdünnen italienischen Teigfladen, gibt es mittlerweile sogar bei Aldi (manchmal!) oder anderen Supermärkten. Sie halten sich im Kühlschrank mehrere Wochen und können ein echter Lebensretter sein.
Einen Fladen in einer großen Pfanne erwärmen und dann nach Lust und Laune (und Kühlschrankinhalt) belegen. Klassisch ist natürlich Pesto (homemade - Ihr erinnert Euch?), Rucola, Tomate (getrocknete sind etwas herzhafter), Parmaschinken, Parmesan-Spalten und einige Tropfen Olivenöl sowie Balsamico-Essig. Fertig ist der italienische Genuss.
Für Vollkorn-Toast ist ein Sandwichmaker natürlich ideal. Wie in einem Waffeleisen werden zwei belegte und aufeinander gelegte Toastscheiben an den Rändern quasi versiegelt und von beiden Seiten gebräunt, wobei Käse superlecker zerfließt. Käse in Scheiben, gekochter Schinken und Tomaten sowie einige Chiliflocken reichen aus, um eine leckere Zwischenmahlzeit zu ergeben.
Unser Kühlschrank war heute wirklich leer. Die Zutaten haben aber trotzdem ein leckeres Sandwich-Deluxe ergeben:
Salzbutter
getrocknete Tomaten
Rosmarin-Schinken
Rucola
frische Tomaten
Chiliflocken
einige Tropfen kräftiges Olivenöl
einige gehackte Walnüsse (die werden noch zum Running Gag) obendrauf
Und dazu ein Glas eines einfachen Rotweins, der im Idealfall nicht verübelt, wenn man ihn auch noch 1-2 Tage aufhebt.
Die Meister des belegten Brots sind natürlich die Skandinavier. Das dänische Smörrebröd oder das schwedische Smörgasbord (untertriebener Name für phantastische kalte Buffets) sind weit über die Grenzen bekannt. Feine Rezepte gibt es hier.
PS: Auch Reste vom Vortag lassen sich zwischen zwei Brotscheiben zum leckeren Sandwich veredeln: Hühnchen übrig? Einfach etwas Frischkäse mit Curry vermischen, auf das Brot streichen, Fleisch zerpflücken und drauf legen, darauf eine Scheibe Orange oder Avocado. Wer mag, kann noch einige Rosinen dazu geben. Wer noch Frischkäse natur übrig hat, kann diesen mit frisch gehackten Kräutern, Kürbiskernen und frischem Kernöl verfeinern. Radieschen oder Sprossen drüber und fertig ist der vegetarische Snack. Die Varianten sind unendlich.
Mein Lieblings-Belegtes-Brot ist übrigens: Frisches Sauerteigbrot, Salzbutter, frische Tomate, Schnittlauch. Mehr braucht es nicht für ein echtes German Abendbrot!
Was ist Euer Lieblingssandwich? Oder worauf greift Ihr zurück, wenn’s schnell gehen muss?
Geschrieben in München, schweden, Wein, Indisch, Essen, German Abendbrot | Keine Kommentare »
25.7.2010 von Julia.
Kennen die Läufer unter Euch das? Man läuft los und hat mit den ersten Schritten das Gefühl, dass es perfekt wird. Heute war so eine Gelegenheit: 20 Grad, leichte Brise, Sonnenschein, nicht zu viele Leute unterwegs. Genau die richtigen Bedingungen für einen langen, entspannten Lauf, der mich heute an der Isar bis zum Englischen Garten - Höhe Chinesischer Turm -, um den Kleinhesseloher See, zurück zum Hofgarten und von dort wieder nach Sendling geführt hat. 15 Kilometer in entspanntem Lauftempo. Der perfekte Lauf eben. (Vielleicht lag das Feel-Good-Moment aber auch darin begründet, dass im MP3-Player Bayern3 lief mit einem Motown-Special bei “Fritz & Hits”. Wer könnte nicht butterweich laufen mit Marvin Gaye und den Jackson 5 im Ohr?)
Danach ist Belohnung angesagt: Sonntags-FAZ und einen alkoholfreien Summer Drink!
Für den Marari Beach Cooler braucht man Ingwer Sirup (wie’s geht, hat Anne hier beschrieben) oder alternativ ein Stück frischen Ingwer, den man reibt und ausdrückt. Der Saft sollte einen guten TL ergeben. Mit Annes Sirup isses aber leckerer ;-). Außerdem eine grüne Chilischote, Ananassaft, Eiswürfel, Grenadine, Zitronensaft und Mineralwasser. (Mengenangaben mache ich hier keine, weil jeder selber wissen muss, wie’s am besten schmeckt. Am besten probiert Ihr es aus!)
Ingwersirup, Ananassaft, Zitronensaft und Chilischote (angeritzt) in einen Shaker geben oder in einem großen Glas ordentlich umrühren. Chilischote herausnehmen, längs einritzen und an einen Glasrand stecken. Drink in’s Glas geben (gerne noch mehr Eis dazu) und mit Mineralwasser soweit auffüllen, wie’s schmeckt. Dann wie beim Tequila Sunrise etwas Grenadine langsam am Glas herunterlaufen lassen. Strohhalm rein, Füße hoch und relax!
Man kann dann noch einen Minzezweig zugeben. Als Aperitif abends kann der Cooler noch mit Gin oder Wodka gemixt werden. Der Beach Cooler schmeckt aber auch ohne Alkohol super.
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25.7.2010 von Julia.
Dreimal im Jahr - im Mai, Juli und Oktober - findet die Auer Dult am Münchner Mariahilf-Platz statt, am Fuß des Nockherbergs. Und das seit 700 Jahren. Wie seit 1310 können sich jedes Jahr die Bürger auch heute noch mit Töpfen, Geschirr, Messern, Flechtkörben, Operationsbesteck (!), Lebensmitteln, Wundermittelchen, Putzzeug und vielem mehr eindecken. Neben den Haushaltsständen (und zahlreichen Scheuslichkeiten) gibt es auch gleich mehrere Gassen mit Antiquitäten, Trödel und allerhand Krempel.
Für uns ist die Dult immer ein Pflichttermin. Nicht nur zum Gucken und Stöbern. Beim “Messermo” beispielsweise lassen wir für kleines Geld einige unserer Küchenmesser schleifen. Bei “Schöne Dinge - Klaus & Inge” gibt es die besten und dezentesten Räucherstäbchen der Welt, die garantiert keine Kopfschmerzen machen und selbst die hartnäckigsten Küchengerüche eliminieren (und das ist manchmal wirklich nötig!). Natürlich gibt’s bei Klaus und Inge auch stärkeres Räucherwerk inklusive einer Einführung in “räuchern für Rituale”. Aber wir bleiben immer bei unseren französischen Küchengeruchskillern…
Heiß geliebt ist übrigens auch unsere Radi-Spindel, mit der man den Rettich biergartengerecht in einer endlosen Schlange schneiden kann. Die gehört in jeden Münchner Haushalt!
Ein unbedingtes Muss für mich persönlich sind noch die Brausestäbchen - die sich natürlich durch nichts von herkömmlichen Brausestäbchen unterscheiden. Aber so bleiben die kleinen sauren Dinger eben was Besonderes, wenn man sich dreimal im Jahr darauf freut…
Nach einem ausgiebigen Bummel kann man noch den Nockherberg erklimmen oder erradeln und bei einer kühlen Maß und einer guten Brotzeit (das Essensangebot auf der Dult ist nämlich nicht sonderlich empfehlenswert) noch mal die vielen Eindrücke Revue passieren lassen.
Die Jakobidult geht noch bis 1. August.
Kitsch, Krempel, Haushaltswaren - sind solche Märkte eigentlich ein Anachronismus oder charmantes Überbleibsel aus einer Zeit, in der man sich nur dreimal im Jahr mit Hausrat eindecken konnte. Was meint Ihr?
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20.7.2010 von Julia.
Immer die gleiche Strecke laufen ist ja eigentlich langweilig. Und München bietet so viele schöne Laufstrecken: An der Isar entlang, zum Zoo, im Englischen Garten, durch den Westpark…
Aber manchmal muss es eben schnell gehen. Da will man gleich von der Haustür weg losrennen und am besten dabei noch den Überblick behalten über die gelaufenen Kilometer. Deshalb ist der Lauf rund um die Münchner Theresienwiese meine Hausstrecke.
Hier bin ich japsend die ersten Meter gelaufen, war stolz wie Bolle, als ich die erste Runde (2.7 km) ohne Pause laufen konnte und freue mich heute noch, wenn ich ohne zu zögern 4, 5 oder 6 Runden laufe. Die Steigungen oder auch die Treppen hoch zur Bavaria sind zudem ein gutes Oberschenkeltraining. Die Bäume links und rechts vom Weg spenden Schatten oder schützen vor Schnee, und von den Füßen der Bavaria hat man einen wunderschönen Blick auf München.
Bei drei oder mehr Läufen die Woche kann es aber auch schon mal langweilig werden, immer im Kreis zu rennen. Nur ab Mitte Juli (in diesem Jahr schon früher!) wird’s richtig spannend: Da kann man mit jedem Tag den Aufbau des Oktoberfests beobachten und wachsen sehen.
Was mit Klohäuschen und Stromkästen anfängt, geht dann mit den Gerüsten für die “Zelte” (wer noch nie auf der Wiesn war: das sind 2-geschossige Häuser mit Platz für bis zu 10.000 Menschen) weiter und geht dann in meine liebste Phase über. Wenn die Aufbauten schon soweit vorangeschritten sind, dass man quasi hinter die Kulissen des größten Volksfestes der Welt schauen kann, fühle ich mich immer, als würde ich in ein Geheimnis eingeweiht: Der Löwenbräu-Löwe ist aus ganz abgestoßenem Papp-Maché und wenige Tage vor der Eröffnung steht sein Kopf noch auf dem Asphalt vorm Zelt. Die Westernbahn wirkt wenig spektakulär, wenn die Cowboys auf dem Rücken liegen und Schrauben festgezogen bekommen. Im Innern der Zelte kann man wunderschöne Details entdecken (z.B. die Deckenmalerei im Hacker-Pschorr), die sonst vor lauter Qualm und Bierdunst unsichtbar bleiben. Und es verblüfft mich jedesmal, wie schnell ein Riesenrad aufgebaut werden kann.
Es war aus Sicherheitsgründen natürlich schon immer verboten, während des Aufbaus, wo wirklich schweres Gerät im Einsatz ist, über die Wiesn zu laufen. Aber es wurde toleriert und kaum kontrolliert.
Weil aber vor einigen Jahren irgendein Depp sich den Kopf an einem Gerüst gestoßen und die Stadt verklagt hat, wird jetzt immer ein Bauzaun um das Areal gezogen. Sogar die Kantine für die Arbeiter ist jetzt für Unbefugte geschlossen.
Dennoch kann man sich z.B. vom Fuß der Bavaria aus einen Eindruck verschaffen. Und es soll auch Schlupflöcher im Bauzaun geben - der Blick hinter die Kulissen ist einfach zu faszinierend.
Übrigens: Während der Wiesn meide ich das Areal für Läufe natürlich großräumig. Ich habe einfach keine Lust über Kotzpfützen, zerbrochenens Glas und besoffene Touris zu springen. Aber danach gehört die Theresienwiese wieder den Anrheinern, können ganz gemütlich den fast ebenso spannenden Abbau beobachten. Und wenn der letzte Stromkasten abgebaut ist, dann riecht es schon fast a bisserl nach Winter…
You can read an English and slightly revised version of this post here.
Geschrieben in laufen, München | 1 Kommentar »
18.7.2010 von Julia.
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Mit das schönste an München, wo ich jetzt schon fast 9 Jahre lebe, sind die Biergärten (einer meiner Liebsten ist der “Münchner Haupt” in der Zielstattstraße: Nicht überlaufen, faire Preise, urige Bänke, viel grün und Parkplätze!). Und an denen ist besonders schön, dass man seine Brotzeit einfach mitbringen kann. Ob zum Frühstück, Brunch, Kaffee & Kuchen, Abendbrot, Geburtstagsfeier oder einfach so: schnell den Picknick-Korb gepackt und los geht’s.
Zu den frischen Brezn mag ich ja am liebsten sämtliche Sorten von Frischkäse (naturbelassenen Frischkäse mit Quark, frisch gehackten Kräutern, Kürbiskernen und etwas Kernöl, Pfeffer + Salz vermengen - fertig).
Ideal ist aber auch mein neuester Liebling: Superschneller Nudelsalat. Klingt nach 50er Jahren, isses aber nicht. Zudem ist er garantiert ohne Mayonnaise und deshalb auch sommertauglich: Penne rigate oder Rigatoni (Farfalle gehen auch) al dente kochen, getrocknete Tomaten (besonders gute gibt’s bei “Spina” im Schwabinger Industriegebiet) klein schneiden, Pinienkerne, Olivenöl und Pesto mischen, ziehen lassen und fertig. Schmeckt herrlich nach Italien - und was wäre in der nördlichsten Stadt Italiens passender?
Was nehmt Ihr mit in den Biergarten?
Geschrieben in Sendling, Biergarten, München, Essen, German Abendbrot | 4 Kommentare »