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Kochen wie die Küchenteufel

Seit Februar treffen wir uns circa alle zwei Monate mit drei oder mehr anderen Mitstreitern bei Küchenteufel Götz Beller, der in seinem Kochloft am Viktualienmarkt Kochkurse, Firmen-Events, Familienfeiern und eben auch unseren regelmäßigen Stammtisch ausrichtet. Bei ”Il Cheffe”, wie er von uns genannt wird, ist man in den besten Profi-Händen: Götz hat sein Handwerk auf vielen internationalen Stationen gelernt: München, Hamburg, Schweiz, Bermuda, Thailand, Australien… Die Erfahrung in vielen verschiedenen Länderküchen aber auch die Neugierde auf Neues merkt man ihm bei jedem Treffen an - und deshalb macht das Kochen bei und mit Götz auch so viel Spaß! (Auch wenn der arme Götz jedesmal nur den Kopf schüttelt, wenn wir kleine Küchenteufelchen zum Anrichten übergehen und völlig unprofessionell uns gegenseitig im Weg stehen :))

Auf Koch- und Essenwünsche der Stammtisch-Crew wird natürlich eingegangen. Zusammen mit saisonalen Produkten und den tollen Ideen vom Chef geht es dann an 3-4 Gänge. Die Teilnehmer entscheiden sich, welchen Gang sie machen wollen. Natürlich wird aber überall ausgeholfen, geguckt, abgeschmeckt und Senf zugegeben (bildlich gesprochen!). Götz wuselt dabei von Station zu Station, gibt Tipps, unterstützt tatkräftig, atmet manchmal tief ein und zählt dann innerlich sicher bis mindestens 100 :).

Diesmal auf dem Programm:

Roh-marinierte Jakobsmuscheln auf Mais-Salat und gegrillten Süßkartoffelscheiben - eine südamerikanische Spezialität, die uns allen unglaublich gut geschmeckt hat.

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Grünes Thai-Curry mit Red Snapper, Pak Choy und Kaiserschoten: Der Red Snapper wurde vorher in einer Marinade aus Madras-Currypulver, Kokosmilch, Galgant, Zwiebeln, Zitronengras uvm. eingelegt. Die grüne Currypaste wurde natürlich selbst hergestellt (mit viel Koriander samt Wurzel, Kreuzkümmel, Koriandersamen, Pfefferkörnern, Chilischoten, Knoblauch, Galgant etc.)

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Indisches Lammcurry mit Gurken-Raita und Naan. An das Lamm kam ganz viel von meiner Ceylon Currymischung und eine Sauce aus pürierten Tomaten, Zwiebeln, Sellerie, Ingwer und Knoblauch.

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Und obwohl ich ein absoluter Depp bin, wenn es um Teig geht (ich KANN einfach nicht backen!), habe ich mich mit Sabines Unterstützung an Naan herangewagt. Geht eigentlich ganz einfach und schmeckt natürlich viel besser als fertig gekauftes:

1/2 Würfel Hefe

140 ml lauwarmes Wasser

200 gr. Mehl

1 EL Joghurt (natur)

1 TL Salz

1 EL Ghee

Schwarze Sesamsamen (oder alternativ Kümmel oder Kreuzkümmel)

Hefe in dem Wasser auflösen und 10 Minuten stehen lassen. In der Zwischenzeit 200 gr Mehl in eine Rührschüssel geben, kleine Mulde in der Mitte eindrücken und dort Ghee, Salz und Joghurt zugeben. Jetzt das Hefe-Wasser langsam zugießen und alles schön miteinander vermengen. Wenn es ein Teigklumpen geworden ist, diesen auf einer bemehlten Arbeitsfläche schön durchschneten und anschließend in einer zugedeckten Schüssel im 50 Grad warmen Backofen für mindestens eine Stunde gehen lassen. Danach den Teig noch mal ordentlich auf der bemehlten Arbeitsfläche durchkneten. In kleine Portionen teilen, zu Kugeln formen und daraus mit den Handballen kleine circa Handflächen-große Fladen formen. Alle Fladen auf ein Backblech legen, mit Ghee bepinseln und die Samenkörner drüberstreuen. Nochmal 30 min ruhen lassen, bevor es bei rund 200 Grad in den vorgeheizten Ofen geht - wenn möglich, den Grill einschalten und die Fladen gut im Auge behalten. Sobald sie braun werden, 1 x wenden und schon sind sie fertig. Dauert bei so kleinen Fladen etwa fünf Minuten.

Kennt Ihr die Szene aus “Castaway” in der Tom Hanks als Schiffbrüchiger zum ersten Mal Feuer macht und am Strand rumrennt und brüllt “ICH HABE FEUER GEMACHT!!”. So ging’s mir gestern mit meinem Teig. Zum ersten Mal ist aus einem Teigversuch kein hässlicher Klumpen geworden, der maximal als Fensterkitt oder Wurfgeschoss dient: “Ich habe TEIG gemacht!” :)

Hier noch ein paar Impressionen unserer jüngsten Kochsession. Weitere Bilder aus dem Kochloft und Götz’ Kochkursen gibt’s aber auch auf dem Facebook-Profil vom Küchenteufel.

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Der Stammtisch macht vor allem so tierisch Spaß,

…weil wir viel lernen, ohne bierernst dabei zu sein

…weil wir uns gut verstehen und jeder seine Stärken hat

…weil Götz ein toller Koch, Gastgeber und Freund ist

…weil irgendeiner von uns sich immer an irgendein neue Lebensmittel (Rote Bete!!), Gewürz oder Schärfegrad heranwagt und völlig neue Genüsse entdeckt

…weil es einfach ganz toll ist, mal einen Samstag lang nur zu kochen und zu essen!

Und das alles in einer sehr chicen, zentralen, gemütlichen und trotzdem stylishen Umgebung direkt am Viktualienmarkt mit einem Profikoch an seiner Seite und den nettesten Mitstreitern. Was will man mehr?

Das brandneue Herbstprogramm vom Küchenteufel Kochloft findet Ihr übrigens hier: http://www.küchenteufel.net/kochkurse Probiert’s doch mal aus!

PS: Wenn Ihr für die o.g. Gerichte die Rezepte wollt, gebt mir kurz Bescheid. Die alle hier zu posten hätte den Umfang etwas gesprengt.

Kürbis II: Kleine Versöhnung dank Kürbissuppe

Wir hatten da noch einen halben Butternut-Kürbis übrig *seuftz*. Und weil mich mein Kürbis-Curry nun echt nicht überzeugt hatte, hat sich der bEdW bereit erklärt, eine Kürbissuppe zu machen. Ich nehme schon mal vorweg: Sie war spicy und ziemlich lecker und relativ wenig Alete-Gläschen-artig.

Kürbissuppe spicy

 Das lag aber wohl daran, dass man nicht allzu viel vom Kürbis mehr geschmeckt hat. Wer also Kürbis-Fan ist, sollte die Schärfe etwas reduzieren. Wem es geht wie mir, der kann ruhig die volle Ladung dranschmeißen. Jedenfalls war mir die Suppe deutlich lieber als das Curry…

Zutaten:

1/2 Butternut-Kürbis

750 ml Gemüsebrühe

Suppengemüse (also Karotten, Petersilienwurzel, Lauch - gibt es TK oder als Bund zu kaufen)

1 Karotte extra

100 ml Kokosmilch

Lorbeerblatt

1 Zwiebel gehackt

2 Vogelaugen-Chilischoten gehackt

ein großes Stück Ingwer

Salz, Pfeffer

Öl und Butter zum Anbraten

6 Garnelen (geschält)

Chili-Öl und Korianderblätter zum Garnieren

Und so wird’s gemacht:

Kürbis und Karotte schälen und in Würfel schneiden. Zwiebeln, Chilis, Ingwer und Suppengemüse kleinhacken. In Öl und Butter anschwitzen. Brühe zugießen und mit dem Lorbeerblatt ca. 20 Minuten köcheln lassen. Lorbeerblatt herausnehmen und alles mit dem Stabmixer pürieren (das Lorbeerblatt keinesfalls mithexeln, sonst hat man eklige Stücke in der Suppe!!). Jetzt mit Salz, Pfeffer, evtl. etwas Curry und noch mehr Chilipulver würzen.

Garnelen in Chiliöl in einer kleinen Pfanne anbraten.

Suppe in Schalen füllen, die Garnelen zugeben, mit Korianderblättern und einigen Tropfen Chiliöl garnieren. Fertig!

Wir hatten dazu einen klassischen Tomatensalat (Tomaten achteln, mit Frühlingszwiebeln, weißem Balsamico, Olivenöl, Essig und Öl anmachen - fertig). Sehr lecker und ein frischer Gegenpart zur cremigen Suppe. 

Have fun! Vielleicht werde ich demnächst ja mal ein Kürbis-Chutney machen und mich weiter gegen meine Hassliebe wehren :)

Yamas! Oder griechische Abend-Überraschung

“Griechischer Abend?” - Das war die SMS, die ich nach einem sehr langen, sehr intensiven Tag vom bEdW bekam. Wie könnte man da anders drauf antworten als mit “Ja, klar!”?

Salat Griechen-Style

Als ich dann endlich zu Hause war (man, war das schwül gestern!) gab es einen wunderbar frischen Salat Griechenland Style mit Eisbergsalat, Gurken, Tomaten, grünen Peperoni, Oliven, Feta, roten Zwiebeln und einem leckeren Dressing aus Zitronensaft, Olivenöl, einer Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer, Teil einer lediglich pikanten Chilischote.

Dazu hatten wir wunderbar knuspri-würzige Keftedes - griechisch gewürzte Fleischbällchen.

Zutaten:

250 gr Hackfleisch

Ein verkleppertes Ei

20 gr Semmelbrösel

eine kleine gehackte Zwiebel

Petersilie und Minze - beides fein gehackt

Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Salz

Mehl zu Bestäuben, Öl zum Anbraten und Zitrone zum Servieren

So geht’s:

Eine Mischung herstellen aus Ei, Semmelbrösel, Zwiebel, Hack, 2 EL Zitronensaft und den gehackten Kräuter. Mit Salz und PFeffer ordentlich würzen und zu mittelgroßen Fladen formen. In Mehl wenden (es sollte nicht zu viel hängen bleiben) und im Öl heiß anbraten. Das dauert 2-4 Minuten pro Seite und hängt von der Dicke der Fleischbällchen ab. Aus der Pfanne nehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit Zitronenachteln servieren. (Weil ich so Hunger hatte, habe ich nicht viel Zeit auf ein ansprechendes Foto verwendet…hihi…Aber lecker war’s!)

Keftedes

Aus Zeitgründen gab es kein hausgemachtes, sondern ein gekauftes Tsatsiki. Das schmeckte aber ganz herrlich zu den Keftedes und sollte unbedingt auf dem Tisch stehen. Wenn man es nicht selber machen kann, ist das von Apostels (Edeka und Rewe) oder  von Gut&Günstig (Edeka) ein vertretbarer Convenience-Ersatz (wobei das von Apostels weniger Zusatzstoffe hat und deshalb mein Favourite ist).

Eigentlich war schon ein griechischer Rotwein kalt gelegt. Aber bei dem Wetter war uns das immer noch zu heftig. Deswegen gab es ein Glas eines fruchtigen spanischen Rosés, der (wie ich gerade gelesen habe) zu den besten Rosès weltweit gehört. Aha. Mir hat er ausgezeichnet geschmeckt. Aber unter den Top3? Für einen Preis von 5,50 Euro aber durchaus mal einen Test wert. Gut gekühlt war er jedenfalls perfekt zu unserem südländischen Essen und ein angenehmer Abschluss eines schwül-heißen Tages.

Wie habt Ihr zuletzt einen heftigen Tag ausklingen lassen? Kann ein leckeres Essen die Batterien wieder auffüllen? Oder macht Ihr lieber Sport, geht ins Kino oder führt ein langes Telefonat mit der besten Freundin?

Kochbuchempfehlung II: Orient - Küche & Kultur

Die Gräfe-und-Unzer-Reihe “Küche & Kultur” ist im Kochbuch-Regal schon mit Indien (Überraschung!!) und Vietnam vertreten. Beides sehr hochwertige, wunderschön fotografierte Kochbücher, die neben Rezepten auch viel Wissenswertes über Esskultur und -gewohnheiten der jeweiligen Ländern vermitteln.

Orient - Küch & Kultur

Als ich im Antiquariat in der Sendlinger Straße entdeckt habe, dass es aus der Reihe auch “Orient” für 14,95 statt 29,95 Euro gibt, habe ich gleich zugegriffen.

Wie immer bei GU sind die Rezepte übersichtlich gestaltet und die Anleitung sehr gut nachvollziehbar. Dazu gibt es ein umfangreiches Glossar zu Gewürzen, Pasten und Gewürzmischungen, die im beim orientalischen Kochen ja reichhaltig zum Einsatz kommen. Außerdem bieten die Autoren - wie bei allen Exemplaren der Reihe - auch Vorschläge für Menüs, Buffets und Festmähler. So fällt die Zusammenstellung mehrerer Speise noch leichter.

Durch die Einblicke in das kulturelle Leben und die Essgewohnheiten wird Blättern im Kochbuch schnell zum Kopf-Urlaub und macht richtig Lust, sich an die Töpfe zu stellen.

1001 Rezepte - nicht nur für Falafel

Weil am Wochenende Biergartenwetter herrschte, haben wir (also eigentlich der bEdW) gleich ein paar Schmankerl ausprobiert: Bulgur-Salat mit viel Petersilie und Minze, Lammhackfleischbällchen mit Bulgur (herrlich gewürzt) und einen scharfen Tomatensalat (der Clou: Tomaten häuten und mit hauchdünnen Chili-Ringen, Zitronensaft, Olivenöl und gehackter getrockneter Tomate aromatisieren. Ein Aroma-Traum!). Alles wahnsinnig lecker, wenn auch nicht unaufwändig. Aber gerade die 1001 Mezze-Variationen (kleine Dips und Vorspeisen, die in unzähligen Schälchen auf den Tisch kommen) eignen sich bestens auch mal für einen kleinen Imbiss oder eben als Biergarten-Schmankerl.

Für mich ganz klar: Neben Indien, Vietnam und Orient ist noch viel Platz im Regal für weitere Bücher der Reihe.

Bilder von amazon.

Chili Con Carne - Tradition zum BuLi-Start

Tradition zum Saisonstrat: Chili con Carne 

Der Ball rollt endlich wieder! Und zur Feier des Saisonstarts gibt’s traditionell einen Riesenpott Chili Con Carne zur Konferenzschaltung am Samstag. CCC ist zudem ein super unkompliziertes Essen, weil es sich praktisch von selbst macht. Man benötigt lediglich ein bisschen Zeit. Dafür kann man es aber auch prima vorbereiten. Denn mit jedem Mal aufwärmen wird es noch besser.

Für Chili gibt es sicher tausend Rezepte. Meines basiert auf einer frühen Alfredissimo-Sendung mit Dirk Bach. Allerdings verzichte ich auf den ganzen Schnickschnack, den Dirk Bach am Ende in das wirklich leckere Chili geschmissen hat (Gouda-Würfel und ANANAS!!!!). Aber es war das erste richtige Gericht, das ich als Studentin gekocht habe. Das erste nach fixem Rezept überhaupt. Und seitdem ist es in meinem Repertoire, ist mit mir von Wohnung zu Wohnung gezogen und hat bereits viele, viele Fans gewonnen. Beispiele gefällig? Meinem Mann musste ich das Eheversprechen (!) geben, dass immer eine Portion Chili zumindest mal im TK-Fach lagert. Meine Schwiegermutter hat Chili sogar schon mal zum Frühstück gegessen und liebe Freunde (wohnten im selben Haus in Schwabing) sind mal der Nase nach durch’s Treppenhaus gegangen und haben natürlich rein zufälligbei uns geklingelt :) Deshalb ist der Chili-Topf meist groß genug für viele Gäste und Einfrier-Portionen. Deshalb reichen die folgenden Zutaten auch für mindestens 4 sehr hungrige Esser, 6 normale Gäste (die gibt es bei Chili aber irgendwie nie) oder für 2 mit der Möglichkeit morgen und übermorgen und überübermorgen noch davon zu essen…

Gute Basis: Zwiebeln und Chilischoten

1 kg Rinderhackfleisch

6 Zwiebeln

4 Knoblauchzehen

2 Habanero-Chilis (oder was man verträgt. Das sollte jeder selbst rausfinden. Vielleicht erstmal mit 1 Chili anfangen und dann stufenweise abschmecken!)

100 gr Tomatenmark

1 l Brühe (Rind- oder Gemüsebrühe. Dann bitte beim Nachsalzen beachten, wie salzig die Brühe ist!!)

2 Gläser Salsa-Dip hot (gibt’s im TexMex- und im Chips-Regal)

3 Dosen Kidney-Bohnen

2 große Dosen Mais

Gewürze: 1 EL gemahlener Kreuzkümmel 1 EL Paprikapulver (scharf), 2 TL Salz, 2 TL Zucker (Alternativ geht auch ein Tütchen Chili con Carne Seasoning Mix (TexMex-Regal). Dann aber bitte eines ohne Glutamat.)

Dazu schmecken Fladenbrot und Tacochips. Bitte KEIN Sauerteigbrot. Vertraut mir einfach! Joghurt als Topping nimmt die Schärfe etwas. Guacamole ist auch noch eine feine Beilage, die ebenfalls bei zu viel Schärfe etwas lindert. Dazu einfach das Fleisch einer reifen Avocado,1 Knoblauchzeh, Salz, Zitronensaft und Tabasco cremig rühren.

Alles schön klein hacken und den Knobi nicht vergessen!

Noch ein Tipp: Die Habanero-Chilis geben eine schöne rauchige Schärfe, sind aber auch wirklich scharf! Man kann auch andere Chilischoten verwenden. Wir hatten beispielsweise noch Vogelaugenchilis (sehr spitze Schärfe) übrig, weshalb ich davon noch welche zu der Habanero dazugenommen habe. Es ist übrigens wirklich empfehlenswert, sich beim Chili-Schneiden enge Haushaltshandschuhe anzuziehen. Ich hatte mir gestern in den Finger geschnitten und wollte ungern den Chilisaft in dem Schnitt haben. Aber auch andere empfindliche Stellen danken Euch, wenn Ihr die Handschuhe übergezogen habt. Glaubt jemandem, der sehr oft Chilis schneidet und meist die Handschuhe vergisst!  

Los geht’s:

Zwiebeln, Knoblauch, Chilis fein hacken und in etwas Öl anschwitzen. Tomatenmark dazugeben und mitrösten (gibt ein feines Röstaroma und nimmt gleichzeitig die Säure). Jetzt das Fleisch nach und nach anbraten. Den Liter Brühe und die Gewüzre dazugeben. Das Ganze jetzt eine Stunde zugedeckt bei kleiner Hitze köcheln lassen. Bohnen und Mais abtropfen lassen. Die Bohnen kann man vorsichtig (sonst platzt die Schale) abspülen, damit die etwas schleimige Brühe nicht ins Chili kommt. (Es gibt übrigens meiner Erfahrung nach keine Qualitätsunterschiede bei Bohnen und Mais. Ich nehme seit dieser Erkenntnis immer die günstigste Sorte.)

Fleisch und Zwiebeln, Brühe und Gewürze müssen jetzt 1 Stunde köcheln

Nach einer Stunde Bohnen, Mais und Salsa dazugeben. Alles ordentlich umrühren und noch mal rund eine halbe Stunde köcheln lassen (zugedeckt). Fladenbrot teilen und eventuell noch mal auftoasten. Chili final abschmecken mit Salz und Chilipulver. In Schälchen geben und mit einem großen Löffel Joghurt anrichten. Zum Nachwürzen Tabasco und Chiliflocken auf den Tisch stellen.

Unnötig zu sagen, dass es einfach keinen Wein gibt, der die Schärfe irgendwie stemmen könnte. Auch die leichte Säure des Chilis macht es Wein schwer. Weil Mineralwasser die Schärfe nur unnötig im Mund verteilt (trinken hilft NIE bei Schärfe. Lieber Joghurt oder Brot nehmen, wenn’s mal zu krass ist), am besten ein Bier dazu. Wir sind ja eh große Fans der friesisch-herben Biere. Aber neben seinem normalen hat Jever auch ein sehr leckeres alkoholreduziertes (Jever light) sowie ein wirklich trinkbares alkoholfreies Bier (Jever Fun) im Angebot. Alle drei Sorten passen durch das herbe Aroma wirklich prima zum Chili - und zur Konferenzschaltung!!

Der erste Spieltag war leider nicht sehr erfolgreich…

Habt Ihr eigentlich auch solche “Traditionsrezepte”? Vielleicht zum Start der Grillsaison oder dem Ende der Sommerferien oder oder oder…

Schweinsbraten locker aus der Hüfte (Recipe dedicated to Madlen)

Da kommt man abends nichtsahnend nach Hause, erschnuppert aber bereits im Treppenhaus, dass es irgendwo was ganz Feines gibt und nach dem Tritt durch die Tür sieht man: Der bEdW (=beste Ehemann der Welt) hat mal flugs einen Schweinsbraten in den Ofen geschoben. Einfach so. Ohne Ankündigung. Und weil er’s halt mal ausprobieren wollte. Und noch nie gemacht hat. Und der Schweinsbraten beim Fleischer so lecker aussah. Aha! Man lässt sich ja gerne überraschen. :) Deshalb gibt’s unten den ersten Gastbeitrag vom Schweinsbraten-Flüsterer und bEdW.

Und weil ich heute eine ganz liebe Nachricht darüber erhalten habe, dass meine Ex-Kollegin und nach-UK-Auswanderin Madlen das German Abendbrot besonders gerne wegen der deutschen Rezepte und für’s Heimatgefühl liest, ist das folgende Rezept ihr und all den anderen in der Fremde gewidmet! Enjoy!

Die Schuhbecksche Variante: zart und trotzdem knusprig!

Beim Schweinebraten (als Rheinländer weigert sich der bEdW natürlich, Schweinsbraten zu sagen!) gibt es sicher hunderte Rezepte. Wammerl (Bauch) als Basis finde ich unnötig fett, Schulterbraten sollte reichen. Viele starten damit, das Fleisch auf der Krustenseite anzubraten, damit diese knusprig wird.  Ich habe allerdings die Schuhbecksche Variante gewählt, denn damit wird die Kruste perfekt knusprig. Also: Zunächst den Braten salzen und pfeffern und in Öl anbraten, wobei man die Krustenseite auslassen kann. Dann etwas Gemüse- oder Hühnerbrühe aufgießen, den Braten mit der Fettseite nach unten in die Brühe setzen, sodass  die Schwarte komplett bedeckt ist (hier gilt, so viel Brühe wie nötig, so wenig wie möglich, da wir den Bratensaft später möglichst konzentriert haben wollen) und etwa 45-60 Minuten (je nach Bratengröße) im Ofen bei 140 Grad garen. Das macht die Schwarte zunächst schön zart. 

 In der Zwischenzeit das Gemüse (etwa 2 Zwiebeln, 250gr Sellerie, 2-3 Möhren, 150gr Petersilienwurzel, hier kann man aber flexibel nehmen, was an Wurzelgemüse da ist) putzen und beliebig klein schneiden. Einen halben EL Puderzucker bei mittlerer Hitze karamellisieren lassen, 1 EL Tomatenmark und Gemüse dazu geben, kurz anrösten und mit 150 ml Bier aufgießen (eins für den Braten, eins für den Koch! :))und dieses dann stark reduzieren lassen. Derweil den Braten aus dem Ofen holen, Temperatur auf etwa 160 Grad hochdrehen. Die Fettseite des Bratens rautenförmig (oder je nach Belieben) einritzen und den Bratensaft mit etwa 200-300ml zusätzlicher Gemüse- oder Hühnerbrühe zu dem Gemüse geben (hier kommt es stark darauf an, wie viel Bratensaft vom ersten Schritt übrig geblieben ist – ggf. benötigt Ihr keine zusätzliche Brühe mehr zum Angießen) . Den Braten auf das Gemüse setzen und für etwa 60 Min. ab in den Ofen – mit der Fettseite nun nach oben!!!! Nach etwa 45 Min. weitere Aromaträger (Knoblauch, Lorbeerblätter, Kümmel, Majoran etc…) dazu geben. Sollte der Braten nicht die gewünschte knusprige Kruste bekommen, die letzten 10-15 Min. der Garzeit den Grill bzw. Oberhitze einschalten und ggf. eine Schiene weiter nach oben setzen. 

Saftig mit viel Geschmack. Aber auch die Fleischqualität muss stimmen!

Nach der Garzeit den Braten beiseite stellen. Nun kommt es darauf an, wie Ihr mit der Soße weiter verfahren wollt bzw. wie viel Ihr in den Schritten zuvor zugefügt habt. Man kann sie durch’s Sieb passieren oder lassen wie sie ist, weiter einkochen, oder eben nicht. Ich habe sie passiert und etwas einkochen lassen, weil ich etwas zu viel Brühe zuvor genommen hatte und den Geschmack etwas intensivieren wollte. Dabei mit Salz, Pfeffer, ggf. etwas Zitronenabrieb für die Frische abschmecken – und fertig.

Den Braten aufschneiden, Soße angießen (nicht über die Kruste J) und mit Kartoffeln oder einem Stück Brot genießen. 

(Der beste Schweinsbraten der Welt! Was für ein Geruch! Und die Sauce war der Hammer! Nicht so fettig glasig oder gar Tütchen-artig wie sie einem in manchen Wirtshäusern vorgesetzt wird. Da braucht’s keine Klöße und kein Blaukraut dazu. Einfach Brot in die Sauce und so lange lieb schauen und loben, bis man noch ein Stück Kruste extra bekommt. Seuftz...)

Den Sommer einfangen: Stachelbeer Chutney

Den Sommer einfangen: Stachelbeeren 

Sommer ist Einmachzeit. Damit fängt man die schönste Jahreszeit quasi in Gläsern ein! Super für Leute, die Marmeladen und Gelees mögen. Ich bin aber leider kein Süßfrühstücker (außer es gibt das Pflaumenmus meiner Oma oder den Frizzante-Granatapfel-Gelee meiner Mutter!). Um trotzdem Früchte und Zucker in rauhen Mengen in Schraubgläser füllen zu können, muss eine Alternative her.

Da passt das Stachelbeer-Chutney-Rezept aus der Brigitte perfekt. Auch wenn ich noch nie in meinem Leben ein Chutney gemacht habe, fand ich das Rezept noch optimierungsbedürftig. Deshalb hier MEINE Zutaten - als Leitfaden und bereit für weitere Variationen!

Anfangs noch kein toller Anblick

ca. 1 kg Stachelbeeren (vielen Dank an meine Kollegin Ortrud, die großzügig den Busch in ihrem Garten geplündert hat!)

1 große Gemüsezwiebel

3 Knoblauchzehen

1 Riesenstück Ingwer

2 Chilischoten (rot und frisch)

400 gr Zucker

350 ml Weißweinessig

Lorbeerblatt, 1 TL Senfkörner, 1 TL Kurkuma, 1/2 TL Chilipulver, 1/4 TL Asafötida (stranges, stinkiges indisches Gewürz aus einer harzigen Fenchelart, das man irgendwie sonst nie verwendet, aber einen interessant-exotischen Geschmack bringt, wenn es erst mal gekocht wird. Unbedingt fest verschlossen aufbewahren. Das Zeug heißt nicht umsonst auch “Teufelsdreck”!)

Bei Bedarf: Maisstärke zum Andicken

Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer fein hacken. Chilischoten anritzen, Stachelbeeren waschen und abtropfen lassen.

Knobi, Ingwer und Chili in etwas Öl anschwitzen. Lorbeerblatt und Zwiebeln dazugeben und einige Minuten bei Rühren anschwitzen. Zucker dazugeben (vielleicht nicht gleich die ganze Menge nehmen, sondern bei Bedarf nachsüßen).  Rühren, bis der Zucker geschmolzen ist. Dann den Essig und die Stachelbeeren dazugeben. Aufkochen lassen und mit den Gewürzen verfeinern. Dann ca. 30 Minuten lang ohne (!) Deckel bei mittlerer Hitze kochen und abschließend mit Salz abschmecken. Eventuell etwas andicken mit Maisstärke. Mir schien das Ganze nämlich recht flüssig.

Schon besser!

Das Chutney jetzt heiß in saubere Schraubgläser füllen. Bis zum Rand voll machen, zuschrauben und umgestürzt auf den Kopf stellen. Nach einiger Zeit sollte dann sämtliche Luft draußen sein. Trotzdem glaube ich, dass man das Chutney nicht ewig aufheben sollte.

So wie es jetzt schmeckt (wahnsinnig leckere Mischung aus sauer, süß und scharf!), passt es phantastisch zu Hühnchen, Grillfleisch, gegrillten Scampi oder auch auf ein kaltes Hühnchen-Sandwich. Ich kann es mir aber auch zu kräftigem Bergkäse oder Ziegenkäse-Souflee vorstellen. Ich bin jedenfalls begeistert - und gespannt, was Ortrud sagt, die natürlich ein Glas abbekommt!

Das Schönste an der ganzen Kocherei heute war aber, dass ich a) seit gefühlten 100 Jahren mal wieder Stachelbeeren gegessen und b) zum allerersten Mal ein Chutney gekocht habe. Jedes Mal, wenn ich mir ein neues Rezept oder eine neue Zubereitungsart erschließe, freue ich mich wie ein Kind, das zum ersten Mal alleine Fahrrad fährt oder endlich rausfindet, wie man auf Fingern pfeift.

Sommer in Gläsern!

Verrückt? Oder ganz normal für Hobbyköche? Was sagt Ihr? Und was kommt bei Euch in die Einmachgläser, um den Sommer einzufangen?

Chicken Tikka Masala oder: Kleine Philosophie über das Kochen

Chicken Tikka Masala 

Manchmal habe ich keine Zeit zu kochen, manchmal habe ich keine Lust dazu, manchmal schon und manchmal freue ich mich richtig drauf! Samstag war so ein Tag. Ich war HEISS auf’s Kochen, darauf stundenlang in der Küche zu stehen und ganz viele Sachen zuzubereiten. Das Beste für so einen Koch-Flash ist - Ihr ahnt es schon - die indische Küche. Hier geht’s nämlich nicht nur um Hauptgericht und Beilage, sondern um viele Beilagen, Relishs, Chutneys usw. Perfekt für den Koch-Flash!

Und als ich dann so über dem Mörser hing und Gewürze gemörsert habe, musste ich daran denken, was für ein Privileg es ist, kochen zu können, wenn man wirklich Lust dazu hat. Aber nicht kochen zu müssen. (Wer jetzt endlich über das Chicken Tikka mehr erfahren will, sollte besser runter scrollen. Beim Mörsern werde ich immer etwas philosophisch!) Anders als unsere Mütter oder Großmütter müssen die wenigsten Frauen meiner Generation jeden Tag eine warme Mahlzeit auf den Tisch bringen und quängelige Esser zufriedenstellen. Stattdessen können wir uns aussuchen, ob wir kochen wollen oder nicht. Ob wir es lieber unseren Partnern überlassen (auch wenn meine Oma heute noch den Kopf darüber schüttelt, dass mein Mann kocht. Sie bedauert ihn dann immer, weil sie denkt, er tue das, weil ich ihm nichts koche…), mal mit einem belegten Brot zufrieden sind oder auch einfach mal zum Vietnamesen gegenüber gehen.

Dadurch ist das Kochen für uns eben nicht mehr ungeliebte Hausfrauenpflicht sondern im besten Fall Hobby, Ausgleich zum Job, Kreativ-Schub etc. Und es stehen uns alle Küchen der Welt offen. In einer Großstadt gibt es kaum Zutaten, die es nicht irgendwo zu kaufen oder zumindest zu bestellen gibt.

Gleichzeitig fangen wir aber an, uns auf unsere Wurzeln zu besinnen. Kartoffelsuppe, Schweinsbraten oder Zwetschgenmus erscheinen uns plötzlich himmlisch, weil es uns in unsere Kindheit versetzt und weil es nach all den exotischen Genüssen, so einfach und so gut schmeckt. Ich wünsche mir manchmal, ich könnte bestimmte Gerichte noch mal “zum ersten Mal” schmecken. Zum Beispiel Sushi. Ich war wie elektrisiert, dass sowas “Ekliges” wie roher Fisch so unglaublich phantastisch schmecken konnte und so überhaupt nicht eklig war. Heute gibt es Sushi in jedem Supermarkt und ist als Fast Food fast so beliebt wie Currywurst und Pommes. Nach geschätzten 1000 Mal Sushi würde ich viel dafür geben noch mal das erste Sushi meines Lebens zu schmecken.

Beilagen-Parade

Ok, ich bin etwas abgeschweift. Das passiert schon mal, wenn ich über dem Mörser hänge und meine Gewürze mahle. Es gibt in modernen Küchen keine archaischere Tätigkeit. Vielleicht kommt man deshalb manchmal etwas ins Philosophieren? Vielleicht hat ja einst eine kluge Frau in Fell gewickelt und Urkorn mahlend das Rad erfunden ;-)

Aber jetzt endlich zum Chicken Tikka! Also: Es heißt ja ständig, das sei kein indisches Gericht, sondern von Engländern entwickelt. Ähnlich wie es keinen Döner in der Türkei gibt. Aber alleine die Zutaten sind schon sehr indisch. Und schmecken tut’s auch. Also: Who cares? Allerdings gibt es so viele unterschiedliche Rezepte. Ich habe mir aus mindestens 4-5 verschiedenen mein eigenes Rezept zusammengestellt. Here we go!

Zutaten:

500 gr Hühnerbrust (reicht für 4 Esser)

2 Dosen Tomaten

500 gr Naturjoghurt (ich nehme 1,5% oder fetter)

Ghee (geklärte Butter - ersatzweise Pflanzenöl)

Sahne oder Sahneersatz

1 große Zwiebel - gehackt

2 Zehen Knoblauch - gehackt

1 grüne Chilischote - in feine Ringe geschnitten

1 Stück Ingwer - geschält und gehackt

Folgende Gewürze gemahlen:

1 Stück Zimt

4 TL Cumin (Kreuzkümmel)

2 TL schwarzer Pfeffer

1 TL Paprika

3 TL Chilipulver (oder weniger, wenn man es nicht so scharf möchte)

2 TL Koriander

Salz, Zucker

2 TL Zitronensaft

Garam Masala  

Und so geht’s: Hühnchen abwaschen, trockentupfen und in mundgerechte, nicht zu kleine Brocken schneiden. Die Hälfte des Joghurts mit dem Zitronensaft, 2 TL vom Cumin, 2 TL des Chilipulvers, dem schwarzen Pfeffer, Zimt, 1 TL Salz und dem Ingwer mischen. Hühnchenbrocken mit der Joghurt-Sauce marinieren. Am besten mindestens 2 Stunden oder auch über Nacht.

Hühnchen mit Marinade

Während das Hühnchen mariniert, hat man Zeit, sich um die “Beilagen” zu kümmern. Bei uns gab es diesmal wieder Gurken-Raita. Außerdem indischen Möhrensalat, den Anne vom Blog Vitamin A bis Z auf www.eatsmarter.de entdeckt hat, sowie ein Tomaten Relish und (gekauftes) Riesling-Chutney vom Weingut Wehrhof, die nicht nur gutes Chutney machen ;-). Für das Relish zwei Hand voll Cocktailtomaten vierteln, entkernen und klein hacken. Korianderblätter hacken, grüne Chilischote klitzeklein hacken, mit etwas Limettensaft, Cumin, Salz und einer Prise Zucker würzen und gut durchziehen lassen. Außerdem gab es noch Naan-Brot, das ich ehrlich gesagt nicht selber mache. Ich bin einfach nicht gut im Backen und finde, dass der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ergebnis steht. Naan-Brot gibt es zum Aufbacken im Supermarkt oder Asia-Laden. Also zugreifen und am besten immer im Haus haben. Ist super zu Dips, Gegrilltem, Salaten und natürlich jedem indischen Gericht.

Tomaten-Relish

Wenn man die Beilagen fertig und sich zwischendrin vielleicht eine Tasse Kaffe gegönnt hat, kann man mit dem fertig marinierten Hühnchen weitermachen:

Die Hühnerstücke aus der Marinade nehmen (es darf ruhig noch ordentlich Joghurt am Fleisch hängen bleiben) und auf vorher gewässerte Holzspieße stecken. Das Ganze dann im vorgewärmten Ofen auf der obersten Schiene unterm Grill ca. 8 Minuten garen lassen. Dadurch sickert die Marinade schön ins Fleisch, das ganz zart bleibt und einen leckeren Grillgeschmack bekommt.

Dann das abgekühlte Hühnchen von den Spießen schieben und zur Seite stellen (das riecht schon soooo lecker und kann auch jetzt schon mit etwas Brot und Salat gegessen werden, wenn es mal schnell gehen muss). In einer Schmorpfanne Ghee schmelzen und darin Knobi, Zwiebeln und einen Großteil der grünen Chiliringe anschmoren. Mit dem Koriander, dem restlichen Cumin, Paprikapulzer und Salz würzen, bis die Gewürze schön angeröstet sind. Dann die Tomaten zugeben und rund 15 Minuten einkochen lassen (in dieser Zeit schon mal den Reis aufsetzen und das Brot in den Ofen schieben). Die Sauce sollte nicht zu flüssig sein. Wenn das doch der Fall ist: Hitze hochdrehen und weiter reduzieren lassen oder eine rohe Kartoffel reinreiben.

Jetzt die Hitze runter drehen, bis die Sauce nicht mehr kocht. Jetzt etwas Sahne und den restlichen Joghurt zugeben. Dafür ist es wichtig, dass die Sauce nicht mehr zu heiß ist, sonst flockt der Joghurt. Das macht zwar für den Geschmack nichts, sieht aber nicht so schön aus. Je fetter der Joghurt, desto cremiger wird die Sauce. Aber das ist natürlich auch eine Frage des Geschmacks. Ich versuche immer unnötiges Fett zu vermeiden.

Zum Schluss das Hühnchen dazu geben und noch mal heiß ziehen lassen (aber nicht kochen!). Ganz am Ende mit Zucker, Salz und Garam Masala final würzen. Auch das GM sollte nicht kochen, damit es nicht bitter wird.

Jetzt alles (Chicken Tikka, Reis, Raita, Möhrensalat, Tomatenrelish, Brot) in die Mitte des Tischs stellen und sich wie ein Maharadscha fühlen. Am besten geht das mit Thali-Geschirr, das man aus indischen Restaurants kennt: unzählige Metallschüsselchen in unterschiedlichen Größen. Geht aber natürlich auch in ganz normalen Schälchen…

Bier passt bestens zu indischem Essen - auch ohne Alkohol

Dazu passt übrigens einfach kein Wein. Wir haben’s ausprobiert und noch keinen entdeckt, der mit all den Gewürzen, der Schärfe, dem Joghurt usw. mithalten kann. Wer einen Tipp hat, darf sich gerne melden. Ich wollte heute nach 4 (!) Stunden in der Küche einfach nur noch ein kühles, herbes Bier. Prost!

Kleine Warnung: Die Küche sieht nach so einer Aktion wirklich aus wie ein Schlachtfeld. Die 5. Stunde ging dann für’s Spülen und Aufräumen drauf. Aber der bEdW (=beste Ehemann der Welt) hat dann den Boden aufgewischt, während ich glücklich, satt und schnurrend wie ein indischer Tiger auf die Couch gesunken bin und eine DVD eingelegt habe (lustigerweise den Food-Blogger-Film Julia & Julie mit der unbeschreiblich göttlichen Meryl Streep). Apropos: Steffi vom Ohhh…Mhhh Foodblog hat einen unglaublichen Schoko-Kuchen nach Julia Child-Rezept gebacken. Das Ding ist der Hammer! (Ich rede vom Kuchen. Aber auch das Blog ist eines meiner Lieblingsseiten im Web und immer einen Besuch wert!)

Kommt Ihr beim Kochen auch manchmal ins Philosophieren? Gibt es noch andere meditative Tätigkeiten in der Küche außer dem Mörsern? Und was war Euer letzter Koch-Flash? Lasst es mich wissen. Ich freue mich drauf.

Es wird Herbst - Kartoffeln, Pilze und Rotwein

Es ist Mitte August und ich sitze in der Strickjacke vorm Laptop. Geht’s noch? Da hilft nur, das beste aus der Situation zu machen - beispielsweise mit einem Abendessen, dass nicht unbedingt sommerlich ist. Nach Feierabend lasse ich gerne auf dem Viktualienmarkt ein bisschen die Seele baumeln und hole mir Anregungen (und Appetit!). Heute gab es wunderschöne Pfifferlinge (Reherl in Bayern - und nein, das ist KEIN Wildgericht. Ich habe den Fehler einmal gemacht :)), weshalb der beste Ehemann der Welt spontan Kartoffelrösti mit Pfifferlingen auf die heimische Speisekarte setzte.

Pilze und Petersilie - eine perfekte Kombination

Zutaten für die Pfifferlinge:

ca. 300 gr kleine Pfifferlinge

gehackte Petersilie

gehackter Knoblauch

gehackte Zwiebeln

ein Schluck trockener Weißwein

etwas Sahne oder Sahneersatz

Salz, Pfeffer, Spritzer Zitrone

Für die Rösti:

rund 400 gr mehlig kochende Kartoffeln

2 verquirlte Eier

2 EL Mehl

1/2 TL Backpulver

gehackter Schnittlauch

1-2 Frühlingszwiebel

Je nach Geschmack: 1/2 geraspelter Zucchino

Salz, Pfeffer, Muskat

Und so geht’s.

Für die Rösti Kartoffeln schälen, raspeln und unter kaltem Wasser auswaschen, in einem Sieb abtropfen lassen. Sie sollten möglichst trocken sein. Verquirlte Eier, gehackte Frühlingszwiebeln, Zucchini mischen und ordentlich würzen (die Masse “schluckt” eine Menge!). In einer großen beschichteten Pfanne (etwas Öl schadet nicht) die Masse in 2-3 Röstis möglichst flach pressen und von beiden Seiten bei nicht zu heißer Hitze anbraten. Die rohen Kartoffeln müssen garen und sollten außen nicht verbrennen. Also Zeit lassen!

Die Rösti können nach und nach gebraten und im vorgeheizten Backofen aufgehoben werden, bis die Pilze gut sind. Die macht man so:

Pilze vom gröbsten Schmutz befreien, aber nicht waschen! Wenn sie stark verschmutzt sind, kann man Wasser mit viel Mehl vermischen und die Pilze kurz durchschwenken. Das bewirkt, dass das Mehl zwar den Schmutz von den Pilzen abribbelt, aber das Wasser nicht in die kleinen Dinger eindringt.

In einer Pfanne Zwiebeln und Knoblauch anschwitzen, Pilze dazu geben und bei nicht zu heißer Hitze schonend garen lassen. Ablöschen mit einem Sprizter Weißwein und eindampfen lassen. Mit etwas Sahne (-ersatz) aufgießen und eindicken lassen. Würzen mit Salz, Pfeffer, einem Spritzer Zitronensatz. Zum Schluss Petersilie drüber geben.

Beides auf vorgewärmten Tellern servieren, da die Pilze schnell kalt werden.

Den Empfehlungen vom Weinlakai kann man trauen

Dazu gab es mal wieder eine etwas ungewöhnlichere Flasche: Ein 2004er Vaeni Xinomavro Naoussa, also ein Roter aus Griechenland. Geordert wurde der auf eine Empfehlung des “Weinlakais”, der auf stern.de besondere Weine zu guten Preis-Leistungs-Verhältnissen vorstellt, und bei unserer letzten Weinprobe mit einem Monastrell schon für eine echte Überraschung gesorgt hatte. Bestellt hatte ich den bei www.shop-kreta.de, die zwar von dem Ansturm etwas überfordert waren und erstmal Flaschen aus Griechenland nachordern mussten. Allerdings habe ich selten einen so freundlichen Kundenservice erlebt, der immer erreichbar war und schnell antwortete, wenn das German Abendbrot ungeduldig wurde :)

Der Beschreibung zum Wein kann ich eigentlich nichts hinzufügen, deswegen lest Euch durch, was der Weinlakai geschrieben hat. Vor allem kann man nicht genug betonen, dass die Flasche 3,99 EUR kostet, was der Wein absolut wert ist! Tipp: Ruhig etwas atmen lassen, das nimmt die Tannine etwas zurück.

Pasta con amici!

Unter der Woche muss es meist schnell gehen. Der Arbeitstag ist lang, der Magen leer - und wenn sich dann noch spontan lieber Besuch ankündigt, muss zudem noch improvisiert werden. (Was aber ganz toll ist, weil das oft die schönsten Abende werden!)

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Perfekt dafür ist und bleibt Pasta. Nudeln machen glücklich! E basta!

Unsere liebe Freundin Konny hatte einige Tage südfranzösisches Flair genossen und war entsprechend begeistert, dass es warm genug war, um auf dem Balkon zu essen, zu klönen und bei einem Glas Rosé von der Provence zu schwärmen. Hach…

Pasta-Rezept auf die Schnelle und trotzdem gut: Frutti di mare con pomodori arrabiata (also eigentlich 3 Pasta-Klassiker in einem Gericht :))

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Zutaten:

2 getrocknete Chilis

1 Knoblauchzehe

1 EL Tomatenmark

Olivenöl, Pfeffer, Salz, Zucker

2 Dosen Tomaten

Frutti di Mare (oder Shrimps) aus dem Tiefkühlfach

gehackte Kräuter (heute: Basilikum und Thymian)

500 gr Spaghetti (für 3 sehr hungrige Esser und mit Restportion für die Mittagspause am nächsten Tag).

So geht’s: Chilis rebeln, Knobi hacken und beides in Olivenöl anschwitzen. Tomatenmark ebenfalls anrösten (nimmt die Säure aus dem Ganzen). Jetzt die Dosentomaten zugeben und einköcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer (Achtung! Erst abschmecken, ob es den noch braucht), Salz und Zucker (ebenfalls für die Säureverträglichkeit) würzen.

Zwischenzeitlich die Spaghetti aufsetzen. Ca. 3 Minuten bevor diese gar sind, die (aufgetauten!) Frutti di Mare zugeben und vorsichtig köchelnd garen.

Nudeln abgießen und entweder in die Sauce geben o. über die Nudeln geben. (Ich weiß, dass man EIGENTLICH die Pasta in der Sauce schwenkt. Aber falls man z.B. eine Sauce aufheben o. einfrieren möchte, ist das immer etwas schwierig.) Der beste Ehemann der Welt hatte zudem noch einen Salat (grün + Tomate) vorbereitet.

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Dazu hatten wir einen sehr reellen und mit 3,- € unglaublich günstigen Rosé von Feinkost Spina aus Schwabing, der mit seinem Schmetterling auf dem Etikett auch noch optisch super zu dem lauen Sommerabend gepasst hat (ja, ich bin ein Mädchen und ich liebe schöne Weinetiketten!).  

Spontaner Besuch an einem schönen Sommerabend! Was gibt’s dann bei Euch zu essen?