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25.8.2010 von Julia.
Die Gräfe-und-Unzer-Reihe “Küche & Kultur” ist im Kochbuch-Regal schon mit Indien (Überraschung!!) und Vietnam vertreten. Beides sehr hochwertige, wunderschön fotografierte Kochbücher, die neben Rezepten auch viel Wissenswertes über Esskultur und -gewohnheiten der jeweiligen Ländern vermitteln.
Als ich im Antiquariat in der Sendlinger Straße entdeckt habe, dass es aus der Reihe auch “Orient” für 14,95 statt 29,95 Euro gibt, habe ich gleich zugegriffen.
Wie immer bei GU sind die Rezepte übersichtlich gestaltet und die Anleitung sehr gut nachvollziehbar. Dazu gibt es ein umfangreiches Glossar zu Gewürzen, Pasten und Gewürzmischungen, die im beim orientalischen Kochen ja reichhaltig zum Einsatz kommen. Außerdem bieten die Autoren - wie bei allen Exemplaren der Reihe - auch Vorschläge für Menüs, Buffets und Festmähler. So fällt die Zusammenstellung mehrerer Speise noch leichter.
Durch die Einblicke in das kulturelle Leben und die Essgewohnheiten wird Blättern im Kochbuch schnell zum Kopf-Urlaub und macht richtig Lust, sich an die Töpfe zu stellen.

Weil am Wochenende Biergartenwetter herrschte, haben wir (also eigentlich der bEdW) gleich ein paar Schmankerl ausprobiert: Bulgur-Salat mit viel Petersilie und Minze, Lammhackfleischbällchen mit Bulgur (herrlich gewürzt) und einen scharfen Tomatensalat (der Clou: Tomaten häuten und mit hauchdünnen Chili-Ringen, Zitronensaft, Olivenöl und gehackter getrockneter Tomate aromatisieren. Ein Aroma-Traum!). Alles wahnsinnig lecker, wenn auch nicht unaufwändig. Aber gerade die 1001 Mezze-Variationen (kleine Dips und Vorspeisen, die in unzähligen Schälchen auf den Tisch kommen) eignen sich bestens auch mal für einen kleinen Imbiss oder eben als Biergarten-Schmankerl.
Für mich ganz klar: Neben Indien, Vietnam und Orient ist noch viel Platz im Regal für weitere Bücher der Reihe.
Bilder von amazon.
Geschrieben in Kochbuch, Biergarten, Essen | Keine Kommentare »
8.8.2010 von Julia.

Der letzte Post hier im Blog handelte von toskanischem Soulfood. Manchmal streicheln aber auch ganz andere Dinge die Seele: Zum Beispiel Rezepte aus der Heimat, die man automatisch mit Kindheit verbindet (wie im Post zur Grie Soß). Für Kartoffelsalat gibt es wahrscheinlich ebensoviele Rezepte wie es Hausfrauen gibt. Aber natürlich gilt auch hier wieder, dass der einzig Wahre von meiner Oma stammt und über meine Mutter an mich weitergegeben wurde. Dazu einige Frankfurter (keine Wiener!!) Würstchen, ein Glas Äppelwoi (Danke an meinen Chef für die mitgebrachte Flasche!) ausm Bembel und schon fühl’ ich mich wie daheim.
Zutaten für den Kartoffelsalat:
Für 3 Personen rechnet man mit ca. 1 kg festkochende Kartoffeln (Bamberger Hörnchen, Galatiner/Sieglinde, Leila, oder - wie in unserem Fall - eine rosaschalige, französische Sorte)
Etwas gewürfelter Schinkenspeck (wer’s vegetarisch mag: Etwas Pflanzenöl für’s “Glitschige” bereithalten)
1 große Zwiebel
1 Tasse Gemüse- oder Rinderbrühe
Salz, Pfeffer
7 EL Essig (stinknormalen - kein Wein- oder Kräuteressig!)
1 EL mittelscharfen Senf (das ist meine Variante u. meine Ma schlägt sicher gleich “die Hän’ überm Kopp zusamme”)
Schnittlauch und Petersilie
Bei den wenigen Zutaten versteht sich von selbst, dass von der Qualität der Kartoffel einiges abhängt. Also unbedingt eine aromatische Sorte verwenden. Festkochend ist wichtig, ansonsten geht, was gefällt.
Und so wird’s gemacht:
Kartoffeln (mit Schale) im Idealfall schon am Vortag kochen, schälen und mit einem Tuch zugedeckt an einem kühlen Ort (nicht im Kühlschrank!) aufbewahren. Wer soviel Zeit nicht hat, kann die Kartoffeln morgens kochen, um sie abends zu verarbeiten. Wenn sie zu frisch sind, zerfallen die Scheiben zu schnell. Wem das nichts ausmacht, der kann auch - wenn es schnell gehen muss - die Kartoffeln kochen, abkühlen lassen und gleich weiter verweden. Perfekt und “original” ist aber mit das Kochen am Vortag
1 Tasse Gemüse-/Rinderbrühe ansetzen und den Senf darin auflösen, Zwiebeln fein, fein, fein hacken. Schinkenspeck sehr fein würfeln. Schnittlauch und Petersilie ebenfalls sehr fein hacken. Schinkenspeck in einer Pfanne zusammen mit den Zwiebeln anbräunen aber nicht knusprig werden lassen - zur Seite stellen.
Jetzt die geschälten, abgekühlten Kartoffeln in möglichst dünne Scheiben schneiden (hier freut sich, wer die Kartoffeln über Nacht hat stocken lassen :)). Das geht am besten in einer großen Schüssel und Lage für Lage. Also erstmal soviel schneiden, dass der Boden bedeckt ist. Dann mit Salz, Pfeffer, Essig und einem Schluck Brühe würzen. Dann wieder eine Lage Kartoffeln in Scheiben schneiden, würzen. Kartoffeln, würzen usw. bis alles aufgebraucht ist.
Zuletzt den Schinkenspeck (oder 2-3 EL Pflanzenöl) und die Zweibeln drüber geben. Jetzt muss das ganze gemischt werden! Damit die dünnen Scheiben nicht zerbrechen, lässt man den Kartoffelsalat am besten von einer Schüssel in eine andere gleiten - und zurück. Macht etwas mehr Arbeit und dreckiges Geschirr, hat sich aber seit mindestens 3 Generationen bewährt.
Zum Schluss Schnittlauch und Petersilie drüber geben, damit das Ganze auch für’s Auge schön aussieht und ein bisschen mehr Frische bekommt.
Der Kartoffelsalat sollte unbedingt etwas ziehen, bis zum Schluss die ganze Brühe aufgesogen ist. Wer dafür die Zeit nicht hat, gießt die überschüssige Brühe ab oder verwendet von Anfang an etwas weniger.
In einer moderneren Variante kann man natürlich auch Rucola unter den Salat heben oder mit Olivenöl hantieren. Das schmeckt dann aber nicht mehr nach hessischer Kindheit und passt auch nicht mehr ganz so gut zum Äppelwoi.
Guten Appetit! Und lasst mal hören, was Eure Kindheitsrezepte sind. Ich freue mich über Eure Ideen.
PS: Pünktlich zum Bundesligastart nächste Woche wird das Heimatgefühl ordentlich auf die Spitze getrieben. Vielen Dank an meinen Papa Peter für “Stöffche aus de Dos’” (Äppelwoi mit Wasser gespritzt aus’m Eintracht-Fan-Shop) und ‘nem Eintracht-Schal!
Geschrieben in Frankfurt, Biergarten, Essen | 2 Kommentare »
21.7.2010 von Julia.
Ich weiß bei dem, was ich esse, gerne was drin ist. Nachdem im letzten Jahr darauf aufmerksam gemacht wurde, dass auch in teuren Pestos Cashewnüsse und Sonnenblumenöl anstatt der ungleich teureren Zutaten Olivenöl und Pinienkerne zu finden sind, mache ich Pesto lieber selber.
Der Aufwand ist nicht groß und die Zutaten Basilikum, Olivenöl, Parmesan und Pinienkerne meistens im Haus.
Aber auf Dauer wird das klassische Basilikum-Pesto irgendwie langweilig.
Deshalb habe ich am Wochenende ein Rucola-Walnuß-Pecorino-Pesto gemacht.
Einfach ein Paket Rucola waschen, trockentupfen und in ein hohes Gefäß geben. Dann ca. 50 gr Walnüsse knacken (wir haben noch ganz viele aus dem Garten meiner Eltern übrig - ungeschwefelt und sehr lecker) und leicht anrösten, Pecorino reiben (lieber etwas mehr - dann kann man je nach Konsistenz noch etwas zugeben). Jetzt Nüsse und Pecorino zum Rucola geben, pürieren und Olivenöl langsam zugießen, bis die Masse schön mousse-artig ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, fertig. Ich habe diesmal noch ein paar Chili- und Knoblauchflocken dazu gegeben, um das Ganze etwas würziger zu machen.
Hält sich mit Öl bedeckt im Kühlschrank einige Wochen.
Für “Spaghetti con pesto” einfach Nudeln kochen, einen Esslöffel Pesto in den Teller geben und mit einem Schluck Nudelwasser etwas verflüssigen. Zum Schluss die gekochten Spaghetti im Teller vermengen und mit ein paar frischen Kräutern für’s Auge oder klein geviertelten Tomaten servieren.
Das Pesto nehme ich übrigens auch für den mediterranen Nudelsalat her - meinem derzeitigen Biergarten-Liebling.
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19.7.2010 von Julia.
Unsere letzte private Weinprobe stand unter dem Motto “Summer Edition” - gemeint waren damit nicht nur leichte, gut gekühlt trinkbare Weine, sondern auch die dazu gereichten Snacks. Die sollten sich auch für Picknicks, spontante Sommerparties oder eben den Besuch im Biergarten eignen.
Eines der Highlights waren die Lachs-Crepinette. Ein Gericht, das man gut am Vortag zubereiten kann und das auch was für’s Auge bietet, hier rechts im Bild:
Zutaten:
80 gr Mehl
70 ml Milch
2 Eier
Salz
1/2 Bund Schnittlauch
3 EL Butter und etwas Butter für die Pfanne
150 gr Frischkäse (natur o. je nach Geschmack)
50 gr Creme Fraiche
2 EL Meerrettich (frisch oder aus dem Glas)
250 gr Räucherlachs
Und so geht’s:
Für die Crepes Mehl, Milch und Eier mit etwas Salz sowie klein geschnittenem Schnittlauch verrühren. Butter in einer kleinen Pfanne schmelzen und dann in den Teig rühren. Aus dem Teig dann 2 Crepes backen, zur Seite stellen.
Für die Füllung Creme fraiche und Frischkäse mit Salz, Pfeffer und Meerrettich verrühren. Die 2 Crepes etwas überlappend auf eine Klarsichtfolie legen. Eine Hälfte mit Lachs belegen, eine mit der Käsecreme bestreichen.
Jetzt mit Hilfe der Frischhaltefolie eng zusammenrollen und dabei leicht andrücken. Die Enden der Folie wie ein Bonbon zudrehen und alles für mind. 30 min kühl stellen.
Vor dem Servieren aufrollen, in mundgerechte Scheiben schneiden und ggf. mit Zahnstochern oder Spießchen fixieren.
Wenn man’s mit dem Meerrettich nicht übertrieben hat, passt dazu ein kräftiger Weißwein oder ein Rosé aus Syrah-Traube. Geht aber auch prima zum Bier.
Geschrieben in Biergarten, Wein, Essen | 2 Kommentare »
18.7.2010 von Julia.
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Mit das schönste an München, wo ich jetzt schon fast 9 Jahre lebe, sind die Biergärten (einer meiner Liebsten ist der “Münchner Haupt” in der Zielstattstraße: Nicht überlaufen, faire Preise, urige Bänke, viel grün und Parkplätze!). Und an denen ist besonders schön, dass man seine Brotzeit einfach mitbringen kann. Ob zum Frühstück, Brunch, Kaffee & Kuchen, Abendbrot, Geburtstagsfeier oder einfach so: schnell den Picknick-Korb gepackt und los geht’s.
Zu den frischen Brezn mag ich ja am liebsten sämtliche Sorten von Frischkäse (naturbelassenen Frischkäse mit Quark, frisch gehackten Kräutern, Kürbiskernen und etwas Kernöl, Pfeffer + Salz vermengen - fertig).
Ideal ist aber auch mein neuester Liebling: Superschneller Nudelsalat. Klingt nach 50er Jahren, isses aber nicht. Zudem ist er garantiert ohne Mayonnaise und deshalb auch sommertauglich: Penne rigate oder Rigatoni (Farfalle gehen auch) al dente kochen, getrocknete Tomaten (besonders gute gibt’s bei “Spina” im Schwabinger Industriegebiet) klein schneiden, Pinienkerne, Olivenöl und Pesto mischen, ziehen lassen und fertig. Schmeckt herrlich nach Italien - und was wäre in der nördlichsten Stadt Italiens passender?
Was nehmt Ihr mit in den Biergarten?
Geschrieben in Sendling, Biergarten, München, Essen, German Abendbrot | 4 Kommentare »