Archive für September 2010

German Abendbrot jetzt auf neuer Website!

Ich bin umgezogen! Bitte besucht das Blog ab sofort auf http://germanabendbrot.wordpress.com Ich freue mich auf Euren Besuch, Eure Kommentare, Anregungen und Tipps. Liebe Grüße und: Wir sehen uns! 

Wenn selbst das Abendbrot zu kurz kommt

Es gibt Tage - oder manchmal Wochen - an denen man weder die Zeit noch den Kopf hat zu kochen. Obwohl es Spaß macht und relaxt, ist einfach zu viel los. Ein schneller Salat, belegte Brote oder der Gang ins Stammlokal sind dann schon das Höchste der Gefühle. Umso mehr freue ich mich aufs Wochenende und neue Kocherlebnisse. Mal sehen, was kommt. Ihr werdet es auf jeden Fall erfahren :)

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Aber ganz ohne kochen geht’s halt dann doch nicht. Am Dienstag hatten wir Besuch von Konny, Philipp und Justus, die sich explizit Frankfurter Grie Soß gewünscht hatten. Und so ein Wunsch ist natürlich eine reine Freude. Zumal die Kräutersaison definitiv dem Ende zugeht und es die letzte Chance für diese herrlich frische Frühlings- und Sommeressen war. Denn die Balkonkästen waren fast leer, da sie ja ohnehin unter Regen und Kälte gelitten haben diesen Sommer und auf dem Viktualienmarkt waren nur noch mit Ach und Krach die nötigen Kräuter zu finden (ein Dank dem bEdW, der natürlich keine Mühe gescheut hat, die Standl-Besitzer wuschig zu machen und doch noch alles zu organisieren!).

Das Rezept findet Ihr hier. Und weil wir diesmal zu fünft waren (und noch eine Probier-Portion für die Nachbarin von Konny und Philipp übrig bleiben musste), gab’s neben Kartoffeln und hartgekochten Eiern auch noch lecker Tafelspitz dazu. Ganz zu schweigen vom Äppelwoi, den die Gäste mitgebracht haben. Stilecht im Bembel und ausm Gerippte :)

Besonders freut mich immer, wenn Gäste aufgeschlossen sind für neue Geschmäcker, alles ausprobieren und dann auch noch vollgegessen und glücklich nach Hause gehen. Die Grie Soß Orgie war jedenfalls ein voller Erfolg und hat in stressigen Zeiten wahnsinnig gut getan. Denn so ein Stückchen Heimat zu teilen, ist immer ganz besonders schön. Kochen tut halt doch gut - und essen muss der Mensch ja auch!

Die Saison ist jedenfalls offiziell beendet. Wir sagen “Tschö, Grie Soß” - wir sehen uns im Frühjahr wieder!

Kochen wie die Küchenteufel

Seit Februar treffen wir uns circa alle zwei Monate mit drei oder mehr anderen Mitstreitern bei Küchenteufel Götz Beller, der in seinem Kochloft am Viktualienmarkt Kochkurse, Firmen-Events, Familienfeiern und eben auch unseren regelmäßigen Stammtisch ausrichtet. Bei ”Il Cheffe”, wie er von uns genannt wird, ist man in den besten Profi-Händen: Götz hat sein Handwerk auf vielen internationalen Stationen gelernt: München, Hamburg, Schweiz, Bermuda, Thailand, Australien… Die Erfahrung in vielen verschiedenen Länderküchen aber auch die Neugierde auf Neues merkt man ihm bei jedem Treffen an - und deshalb macht das Kochen bei und mit Götz auch so viel Spaß! (Auch wenn der arme Götz jedesmal nur den Kopf schüttelt, wenn wir kleine Küchenteufelchen zum Anrichten übergehen und völlig unprofessionell uns gegenseitig im Weg stehen :))

Auf Koch- und Essenwünsche der Stammtisch-Crew wird natürlich eingegangen. Zusammen mit saisonalen Produkten und den tollen Ideen vom Chef geht es dann an 3-4 Gänge. Die Teilnehmer entscheiden sich, welchen Gang sie machen wollen. Natürlich wird aber überall ausgeholfen, geguckt, abgeschmeckt und Senf zugegeben (bildlich gesprochen!). Götz wuselt dabei von Station zu Station, gibt Tipps, unterstützt tatkräftig, atmet manchmal tief ein und zählt dann innerlich sicher bis mindestens 100 :).

Diesmal auf dem Programm:

Roh-marinierte Jakobsmuscheln auf Mais-Salat und gegrillten Süßkartoffelscheiben - eine südamerikanische Spezialität, die uns allen unglaublich gut geschmeckt hat.

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Grünes Thai-Curry mit Red Snapper, Pak Choy und Kaiserschoten: Der Red Snapper wurde vorher in einer Marinade aus Madras-Currypulver, Kokosmilch, Galgant, Zwiebeln, Zitronengras uvm. eingelegt. Die grüne Currypaste wurde natürlich selbst hergestellt (mit viel Koriander samt Wurzel, Kreuzkümmel, Koriandersamen, Pfefferkörnern, Chilischoten, Knoblauch, Galgant etc.)

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Indisches Lammcurry mit Gurken-Raita und Naan. An das Lamm kam ganz viel von meiner Ceylon Currymischung und eine Sauce aus pürierten Tomaten, Zwiebeln, Sellerie, Ingwer und Knoblauch.

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Und obwohl ich ein absoluter Depp bin, wenn es um Teig geht (ich KANN einfach nicht backen!), habe ich mich mit Sabines Unterstützung an Naan herangewagt. Geht eigentlich ganz einfach und schmeckt natürlich viel besser als fertig gekauftes:

1/2 Würfel Hefe

140 ml lauwarmes Wasser

200 gr. Mehl

1 EL Joghurt (natur)

1 TL Salz

1 EL Ghee

Schwarze Sesamsamen (oder alternativ Kümmel oder Kreuzkümmel)

Hefe in dem Wasser auflösen und 10 Minuten stehen lassen. In der Zwischenzeit 200 gr Mehl in eine Rührschüssel geben, kleine Mulde in der Mitte eindrücken und dort Ghee, Salz und Joghurt zugeben. Jetzt das Hefe-Wasser langsam zugießen und alles schön miteinander vermengen. Wenn es ein Teigklumpen geworden ist, diesen auf einer bemehlten Arbeitsfläche schön durchschneten und anschließend in einer zugedeckten Schüssel im 50 Grad warmen Backofen für mindestens eine Stunde gehen lassen. Danach den Teig noch mal ordentlich auf der bemehlten Arbeitsfläche durchkneten. In kleine Portionen teilen, zu Kugeln formen und daraus mit den Handballen kleine circa Handflächen-große Fladen formen. Alle Fladen auf ein Backblech legen, mit Ghee bepinseln und die Samenkörner drüberstreuen. Nochmal 30 min ruhen lassen, bevor es bei rund 200 Grad in den vorgeheizten Ofen geht - wenn möglich, den Grill einschalten und die Fladen gut im Auge behalten. Sobald sie braun werden, 1 x wenden und schon sind sie fertig. Dauert bei so kleinen Fladen etwa fünf Minuten.

Kennt Ihr die Szene aus “Castaway” in der Tom Hanks als Schiffbrüchiger zum ersten Mal Feuer macht und am Strand rumrennt und brüllt “ICH HABE FEUER GEMACHT!!”. So ging’s mir gestern mit meinem Teig. Zum ersten Mal ist aus einem Teigversuch kein hässlicher Klumpen geworden, der maximal als Fensterkitt oder Wurfgeschoss dient: “Ich habe TEIG gemacht!” :)

Hier noch ein paar Impressionen unserer jüngsten Kochsession. Weitere Bilder aus dem Kochloft und Götz’ Kochkursen gibt’s aber auch auf dem Facebook-Profil vom Küchenteufel.

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Der Stammtisch macht vor allem so tierisch Spaß,

…weil wir viel lernen, ohne bierernst dabei zu sein

…weil wir uns gut verstehen und jeder seine Stärken hat

…weil Götz ein toller Koch, Gastgeber und Freund ist

…weil irgendeiner von uns sich immer an irgendein neue Lebensmittel (Rote Bete!!), Gewürz oder Schärfegrad heranwagt und völlig neue Genüsse entdeckt

…weil es einfach ganz toll ist, mal einen Samstag lang nur zu kochen und zu essen!

Und das alles in einer sehr chicen, zentralen, gemütlichen und trotzdem stylishen Umgebung direkt am Viktualienmarkt mit einem Profikoch an seiner Seite und den nettesten Mitstreitern. Was will man mehr?

Das brandneue Herbstprogramm vom Küchenteufel Kochloft findet Ihr übrigens hier: http://www.küchenteufel.net/kochkurse Probiert’s doch mal aus!

PS: Wenn Ihr für die o.g. Gerichte die Rezepte wollt, gebt mir kurz Bescheid. Die alle hier zu posten hätte den Umfang etwas gesprengt.

Spaghetti Carbonara (aka Caro-nara) nach Rainer und Danielle

München ist die Stadt der “Zug’roasten”. Hier treffen sich Menschen aus allen Himmelsrichtungen - sei es aus Liebe oder wegen des Jobs. Und manche Verbindungen, die man in den Jahren geknüpft hat, halten auch Job- oder Partnerwechsel aus. Manchmal sitzt man dann zusammen und erinnert sich, welche Begebenheiten dazu geführt haben, dass sich die Wege kreuzten… Keine Angst, ich werde nicht sentimental. Aber bei gutem Essen und einem schönen Glas Wein kann man schon mal zum Nachdenken kommen. Und Caro, unser gestriger Besuch ist eben - wie wir auch - zug’roast und hat durch viele schöne Zufälle unsere Wege gekreuzt.

Spaghetti Carbonara e Pasta con funghi

Deshalb wurden die Spaghetti Carbonara auch zur Caro-nara. Denn Caro hatte viel und Spannendes zu erzählen. Deswegen musste sie diesmal auch nicht kochen (ihr unglaubliches Lasagne-Rezept wird trotzdem an dieser Stelle mal gepostet werden!). Stattdessen - und weil Pfifferling-Zeit ist - hat der bEdW gleich ein Pasta-Duo gezaubert. Was das alles mit Rainer und Danielle zu tun hat? Das sind zwei alte Freunde aus Italien, die dem bEdW Gott sei Dank dieses Rezept und eines für das weltbeste Bolognese-Ragout verraten haben. Und obwohl Rainer leider schon lange nicht mehr lebt und ich ihn nie kennenlernen durfte, denken und sprechen wir oft von ihm. Spätestens bei der nächsten Pasta-Session.

Zutaten für die Carbonara für 2 gute Esser (oder für 3, wenn es ein Pasta-Duo gibt):

Ei-Käse-Masse

2 Eier (komplett)

3 Eigelb

ca. 250 gr geräucherter Bauchspeck

geriebener Parmesan (eine Männerhand voll - tolle Mengenangabe, ich weiß. Aber der bEdW wiegt halt nie irgendwas und kocht frei Schnauze)

Muskatnuss, Salz, Pfeffer, Spritzer Olivenöl,

optional: 50 ml Sahne

Speck

So geht’s:

Schwarte vom Bauchspeck entfernen und in kleine Bröckchen würfeln. Eier verkleppern, mit Parmesan, Gewürzen und eventuell Sahne zu einer homogenen, nicht zu flüssigen Masse verrühren. Falls es sehr flüssig ist, noch etwas Parmesan zugeben. Ist sie eher breiig, kann man mit einem Schluck Sahne verdünnen.

Speckwürfel in einem Spritzer Olivenöl langsam aber kross ausbraten. Die Würfel sollen richtig knusprig aber nicht zu hart sein.  Spaghetti in der Zwischenzeit al dente kochen und in eine vorgewärmte Schüssel geben. Jetzt die Ei-Käse-Masse drübergießen und sofort unterheben. Speckwürfel dazu und noch mal alles mischen. Sofort (!) servieren!

Hinweis vom bEdW: Alle Rezepte reden immer davon, dass die Carbonara nicht stocken und flockig werden soll. Allerdings ist es gerade besonders lecker und wir sind immer ganz heiß auf die zweite Portion, die meist schon nicht mehr ganz so “glitschig” ist. Aber das ist Geschmackssache und lässt sich kaum verhindern, wenn man nicht alles auf einmal serviert.

Zutaten für die Pfifferling-Pasta:

250 gr Pfifferlinge

1 Zwiebel

Petersilie

Weißwein

Ein Schluck Sahne oder Sahneersatz

Salz, Pfeffer

So geht’s:

Zwiebel schälen und hacken. Pfifferlinge in Mehlwasser kurz schwenken und schnell auf Küchenkrepp abtrocknen (wenn sie sauber sind, reicht es auch, sie mit einem feuchen Küchenkrepp abzuputzen - unsere waren aber extrem erdig). Zwiebel in etwas Öl anschwitzen. Pfifferlinge dazugeben und bei nicht zu geringer Temperatur 3-4 Minuten anschwitzen. Alles mit etwas Weißwein ablöschen, reduzieren lassen und mit einem Schluck Sahne geschmeidig machen. Gehackte Petersilie unterheben. Salzen, Pfeffern. Pasta in die Pfanne geben, alles miteinander vermischen - fertig.

Tomatenvariationen

Für etwas Frische hat ein ganz einfacher Tomatensalat gesorgt, weil es momentan einfach wunderbar aromatische Tomaten in allen Variationen gibt. Die kommen bei uns fast täglich auf den Tisch!

Zu den beiden Pasta-Variationen hatten wir einen Wein vom Weingut Wehrhof aus Worms-Pfeddersheim. ”Floreat” ist ein in Barrique gereifter Cuvee. Die schöne Granatrote Farbe, kräftige Holz- und Tabaknoten und die Aromen nach Cassis und Kirsche machen ihn zu einem richtig schönen Herbst-Wein. Die Familie Egelhof beschreibt auf all ihren Etiketten, wozu ihre Weine besonders gut passen. Der “Floreat” geht angeblich besonders mit Waldpilzen (!) mit frischer Petersilie (!!!). Aber auch zu geräuchterter Forelle (die wir jetzt gestern nicht hatten).

Ein netter Service, wie ich finde. Auch wenn man sich nicht sklavisch an die Empfehlung auf dem Etikett halten muss. Aber gestern hat es zufälligerweise hervorragend gepasst! Eine tolle Rotweinüberraschung aus Deutschland!

Kommt Ihr auch über’s Essen (und dem Glas Wein!) zum Philosophieren? Denkt Ihr da auch manchmal an die vielen Wege, die sich zufällig kreuzen und die Begegnungen, die wir aus unbekannten Gründen zu ganz bestimmten Zeitpunkten haben? Oder wird man im beginnenden Herbst einfach sentimental? Lasst doch mal hören… 

Ohjeh, fast unterschlagen: Caro hatte uns wunderbare Bio-Himbeeren mitgebracht, die es zum Nachtisch mit etwas Vanillejoghurt und einem Schuss Amaretto fast ganz pur gab - und uns endgültig satt und glücklich gemacht haben! 

Kürbis II: Kleine Versöhnung dank Kürbissuppe

Wir hatten da noch einen halben Butternut-Kürbis übrig *seuftz*. Und weil mich mein Kürbis-Curry nun echt nicht überzeugt hatte, hat sich der bEdW bereit erklärt, eine Kürbissuppe zu machen. Ich nehme schon mal vorweg: Sie war spicy und ziemlich lecker und relativ wenig Alete-Gläschen-artig.

Kürbissuppe spicy

 Das lag aber wohl daran, dass man nicht allzu viel vom Kürbis mehr geschmeckt hat. Wer also Kürbis-Fan ist, sollte die Schärfe etwas reduzieren. Wem es geht wie mir, der kann ruhig die volle Ladung dranschmeißen. Jedenfalls war mir die Suppe deutlich lieber als das Curry…

Zutaten:

1/2 Butternut-Kürbis

750 ml Gemüsebrühe

Suppengemüse (also Karotten, Petersilienwurzel, Lauch - gibt es TK oder als Bund zu kaufen)

1 Karotte extra

100 ml Kokosmilch

Lorbeerblatt

1 Zwiebel gehackt

2 Vogelaugen-Chilischoten gehackt

ein großes Stück Ingwer

Salz, Pfeffer

Öl und Butter zum Anbraten

6 Garnelen (geschält)

Chili-Öl und Korianderblätter zum Garnieren

Und so wird’s gemacht:

Kürbis und Karotte schälen und in Würfel schneiden. Zwiebeln, Chilis, Ingwer und Suppengemüse kleinhacken. In Öl und Butter anschwitzen. Brühe zugießen und mit dem Lorbeerblatt ca. 20 Minuten köcheln lassen. Lorbeerblatt herausnehmen und alles mit dem Stabmixer pürieren (das Lorbeerblatt keinesfalls mithexeln, sonst hat man eklige Stücke in der Suppe!!). Jetzt mit Salz, Pfeffer, evtl. etwas Curry und noch mehr Chilipulver würzen.

Garnelen in Chiliöl in einer kleinen Pfanne anbraten.

Suppe in Schalen füllen, die Garnelen zugeben, mit Korianderblättern und einigen Tropfen Chiliöl garnieren. Fertig!

Wir hatten dazu einen klassischen Tomatensalat (Tomaten achteln, mit Frühlingszwiebeln, weißem Balsamico, Olivenöl, Essig und Öl anmachen - fertig). Sehr lecker und ein frischer Gegenpart zur cremigen Suppe. 

Have fun! Vielleicht werde ich demnächst ja mal ein Kürbis-Chutney machen und mich weiter gegen meine Hassliebe wehren :)

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